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Die Jugendarbeitslosigkeit in der Region Salzgitter steigt

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13:44 09.03.2021
Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Arbeitsmarktzahlen in Salzgitter und Umgebung aus.
Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Arbeitsmarktzahlen in Salzgitter und Umgebung aus. Quelle: rwe
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Salzgitter

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im Februar gegenüber dem Vormonat weiter leicht um 102 auf insgesamt 22.044 gestiegen. Das sind 3.506 oder 18,9 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahresmonat. Das meldet die Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,7. Das ist genau ein Prozentpunkt über dem Wert vor einem Jahr. Kommunal ist die Lage weiterhin sehr unterschiedlich. An der Spitze liegt der Landkreis Wolfenbüttel mit einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent vor der Stadt Braunschweig (5,7), dem Landkreis Goslar (7,5) und der Stadt Salzgitter (10,2).

„Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist vorrangig der Jugendarbeitslosigkeit geschuldet. Im Februar enden nicht nur die Verträge der Berufe mit dreieinhalbjähriger Ausbildungsdauer, auch die Verträge derjenigen, die ihre Ausbildung um ein halbes Jahr auf zweieinhalb Jahre verkürzt haben. Durch die Auswirkungen der Pandemie haben diese jungen Fachkräfte noch keinen Anschluss am Arbeitsmarkt bekommen. Sobald sich die Lage entspannt, dürfte die Jugendarbeitslosigkeit wieder deutlich sinken, denn die Unternehmen brauchen dringend die gut ausgebildeten jungen Menschen“, erläutert Gerald Witt, Chef der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

„Die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie den Betrieben gestaltet sich während der Pandemie schwierig. Das bereitet uns auch Sorge, denn das betrifft nicht nur uns in der Berufsberatung. Auch Betriebe und Ausbildungssuchende finden weniger zusammen“, blickt Gerald Witt auf die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt. „Wir bieten telefonische und Videoberatung an. Und wir sind online präsent. Wir nutzen sehr verschiedene Wege, um mit jungen Menschen Kontakt aufzunehmen. Die Suche nach einer Ausbildungsstelle sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wir stehen mit unserer Berufsberatung gern zur Seite.“

Gemeldete Arbeitsstellen

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zurückhaltung der Betriebe bei der Arbeitskräftesuche weiterhin erkennbar. Seit Jahresbeginn wurden 2.082 freie Stellen neu gemeldet. Das sind 467 oder 18,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell werden 4.481 Arbeitsstellen im Bestand gezählt, das sind 706 weniger als noch vor einem Jahr (- 13,6 Prozent). Gegenüber dem Januar nahm die Nachfrage leicht zu (+114 gemeldete Stellen oder 2,6 Prozent). Die TOP5 der gemeldeten Stellen finden sich bei den Fachkräften im Verkauf (151), Altenpflegefachkräften (147 Stellen), Kranführerhelfer (122), Fachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege (102) sowie Bauelektrik-Fachkräfte (100).

Kurzarbeit stützt den Arbeitsmarkt

Tausende Betriebe von Braunschweig bis Braunlage nutzen Kurzarbeit, um ihre Beschäftigten auch in der Corona-Krise zu halten. Um danach auch gut aufgestellt gleich wieder durchstarten zu können, können die Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Kurzarbeit weiterbilden. Dafür gibt es erhebliche finanzielle Unterstützung.

Die Agentur für Arbeit kann je nach Bedarf die Lehrgangskosten in Abhängigkeit von der Betriebsgröße prozentual fördern. Derzeit werden auch die Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte während der Kurzarbeit übernommen.„Der Strukturwandel hat viele Facetten und wirkt sich unterschiedlich auf Branchen und Unternehmen aus. Wir beraten und unterstützen deshalb Beschäftigte und Unternehmen,wie die Zeiten der Kurzarbeit für Weiterbildung genutzt werden kann, um den Fachkräftebedarf zu decken. Doch auch nach der Pandemie ist das Thema Weiterbildung wichtig. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für die Beratung“, rät der Chef der Arbeitsagentur. Unter Tel. (0800) 4555520 steht der regionale Arbeitgeberservice für Unternehmen zur individuellen Beratung zur Verfügung.

Von Roland Weiterer