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Salzgitter Verein Stark für Tiere will Tauben in Salzgitter ausquartieren
Nachrichten Salzgitter

Der Verein Stark für Tiere will Tauben in Salzgitter ausquartieren

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17:21 16.11.2020
Ein Gartenhaus als Taubenschlag: Inga Gröschler vom Verein Stark für Tiere mit KVG-Betriebsleiter Dirk Reese. Quelle: KVG
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Salzgitter

Schon seit Jahren gibt es auf dem Betriebshof der KVG Braunschweig in Lebenstedt ein Taubenproblem. In der hinteren Busabstellhalle leben aktuell um die 40 Vögel. Jegliche Versuche, die Tiere zu verscheuchen, waren bis dato erfolglos. Der Kot der Tauben verschmutzt Busse und Halle massiv, KVG-Mitarbeiter finden regelmäßig die Hinterlassenschaften an Schuhen und auf der Kleidung wieder. Die Tiere nisten zudem wettergeschützt in der Stahlkonstruktion der Halle und vermehren sich dort ungehindert weiter.

Nun probiert die KVG gemeinsam mit Inga Gröschler vom Verein „Stark für Tiere“ einen neuen Ansatz, den der tierschutzgerechten Bestandskontrolle durch einen Taubenschlag, der in der Vergangenheit bereits in mehr als 60 Kommunen erfolgreich Anwendung gefunden hat. Zusammen mit Inga Gröschler, verantwortlich für die Vereins-Abteilung „Taubenengel Salzgitter“, wurde hinter der Busabstellhalle ein Taubenhäuschen aufgestellt – ein Gartenhaus mit individueller, vogelrechter Innenausstattung und Einflugöffnung.

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Nach erfolgreichem Aufbau geht es nun erst einmal darum, die Tauben nicht nur an die neue Unterkunft, sondern erst einmal an Körnerfutter generell zu gewöhnen. Trinkwasser finden sie in der Umgebung zu genüge, aber wie sich bisher ernährt haben, ist nach wie vor unklar.

Einmal täglich kommen derzeit Mitglieder des Vereins vorbei und streuen strategisch Futter aus – auf dem Dach des Taubenhauses, am Einfluggitter sowie am Boden der Busabstellhalle. Die Tiere sind schreckhaft und scheu, selbst die Futtersuche am Boden scheint ihnen nicht geheuer zu sein. Ein erster Erfolg ist jedoch sichtbar, das Körnerfutter wird verspeist, vereinzelte Tiere wurden schon auf dem Taubenhaus gesichtet.

Inga Gröschler vermutet, dass die Tiere traumatisiert sind und es noch etwas Geduld und Zeit erfordert, um sie umzusiedeln. Gegebenenfalls möchte sie mit einem Lockpärchen nachhelfen. Bemerken die Vögel, dass andere Artgenossen im Taubenhaus brüten, werden sie nachziehen, da sie das Taubenhaus dann als sichere Unterkunft anerkennen.

Nach erfolgreicher Umsiedelung würden die Tauben als standorttreue Tiere dann zu 80 Prozent ihrer Zeit im Taubenhaus verbleiben, um dort von Vereinsmitgliedern regelmäßig gefüttert und auf ihren Gesundheitszustand kontrolliert zu werden. Beginnen die Vögel zukünftig in den Nistboxen des Häuschens zu brüten, sollen ihre Eier durch Gipsattrappen ersetzt werden.

Durch dieses tierfreundliche Konzept wird der Bestand der Tauben kontrolliert und nach und nach schonend verringert. Betriebsleiter der KVG, Dirk Reese, ist begeistert vom überzeugenden Konzept: „Wir sind optimistisch, dass wir mit der Hilfe des Vereins endlich unser Taubenproblem nachhaltig lösen können und dies sowohl zu unseren als auch zu den Gunsten der Tiere.“

Die Aktion ist ein regionales Pilotprojekt, Inga Gröschler ist aktuell mit der Stadt Salzgitter für weitere Taubenhäuser im Gespräch. Dafür hat sie vom Konrad-Fonds 40.000 Euro erhalten. Mit dem Geld sollen zeitnah ähnliche betreute Unterkünfte in Lebenstedt und Fredenberg entstehen, wodurch nach Inga Gröschlers Schätzungen in Zukunft bis zu zwei Tonnen weniger Taubenkot in den Innenstädten anfallen würde und die Taubenpopulation drastisch reduziert werden könnte.

Von Roland Weiterer

16.11.2020
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