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Salzgitter Der Umsatz bei der Salzgitter AG rutscht in den Keller
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Der Umsatz bei der Salzgitter AG rutscht in den Keller

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11:35 12.08.2020
Ortstermin: Ulrich Grethe (li.), Geschäftsbereichsleiter Flachstahl, und Prof. Heinz Jörg Fuhrmann (re.), Vorstandsvorsitzender, informieren Minister Reinhold Hilbers über den Baufortschritt der Feuerverzinkung 3. Quelle: Salzgitter AG
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Salzgitter

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben den Umsatz der Salzgitter AG im zweiten Quartal 2020 in den Keller rutschen lassen und nach Angaben des Unternehmens „deutlich stärker beeinträchtigt als in den ersten drei Monaten des Jahres“. Besonders der Einbruch im Geschäft mit der Automobilindustrie belastete das Ergebnis, während sich die Baubranche stabil zeigte.

So verzeichneten die Tochtergesellschaften des Konzerns eine verglichen mit 2019 um zehn bis 70 Prozent geringere Auslastung, heißt es in einer Mitteilung. Darüber hinaus entfalteten die schon vor der aktuellen Krise überdimensionierten Importquoten für zollfreie Stahlimporte in die Europäische Union keinerlei Schutzwirkung, da sich deren prozentualer Anteil infolge des Rückgangs der Stahlnachfrage in der EU im zweiten Quartal sogar noch erhöhte.

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Vor diesem Hintergrund gab der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns im ersten Halbjahr 2020 gegenüber der Vorjahresperiode um 20 Prozent nach, rutschte von 4,526 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,61 Milliarden. Das Vorsteuer-Resultat weist einen Verlust von 127,8 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von mehr als 145 Millionen Euro 2019. Das „spiegelt primär den Auslastungsrückgang im zweiten Quartal sowie entsprechend gesunkene Ergebnisbeiträge aller Geschäftsbereiche wider“, schreibt die Salzgitter AG.

„Transparenz geschaffen“

„Die letzten Monate zählen wegen der Corona-Krise sicherlich zu den herausforderndsten unserer Unternehmensgeschichte. Wir lassen uns in dieser Zeit stets von den Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und der Güterabwägung zwischen dem bestmöglichen Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeitenden und dem Erhalt der Betriebsfähigkeit unseres Unternehmens leiten. So haben wir kurzfristig umfassende, risikominimierende Vorkehrungen getroffen und Transparenz bezüglich des Infektionsgeschehens im gesamten Konzern geschaffen“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann die aktuelle Lage. Oberste Priorität besitze die Sicherung der Liquidität des Konzerns. „Die Kennzahlen des ersten Halbjahres 2020 belegen, dass uns diese Güterabwägung gelungen ist. Nicht zuletzt dank unserer auf Diversifikation des Konzernportfolios ausgerichteten Strategie wurden die Auswirkungen der Pandemie auf unser Geschäft abgemildert.“

Wenngleich die Bewältigung der corona-bedingten Herausforderungen zurzeit im Fokus stehe, „verlieren wir die Sicherung der mittel- und langfristigen Zukunft des Salzgitter-Konzerns nicht aus den Augen“, so Prof. Fuhrmann. Mit der im Juni vereinbarten Machbarkeitsstudie für eine Eisenerz-Direktreduktion am Standort Wilhelmshaven gehe der Konzern einen weiteren konkreten Schritt im Transformationsprozesses hin zu einer CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlherstellung auf der Grundlage des Technologiekonzeptes SALCOS.

Hohe Unsicherheit

„Wir gehen davon aus, dass das zweite und dritte Quartal den Tiefpunkt der aktuellen Krise markieren dürften. Gleichwohl bleiben Stärke und zeitlicher Ablauf der denkbaren Belebung der gesamtwirtschaftlichen Lage in der zweiten Jahreshälfte mit hohen Unsicherheiten behaftet“, heißt es im Ausblick. Die weitere Geschäftsentwicklung des Konzerns lässt sich in diesem volatilen Umfeld nicht in der gewohnten Weise prognostizieren, lediglich eine grobe Einschätzung sei möglich. Vor diesem Hintergrund rechnen wird für das Geschäftsjahr 2020 für die Salzgitter AG mit einem merklich reduzierten Umsatz gerechnet,einem negativen Vorsteuerergebnis im niedrigen bis mittleren dreistelligen MillionenEuro-Bereich und einer sichtbar unter dem Vorjahreswert liegenden Rendite auf das eingesetzte Kapital.

Der Konzern weist darauf hin, „dass darüber hinaus Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös, Vormaterialpreis und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Verlauf des Geschäftsjahres 2020 erheblich beeinflussen können“. Die daraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern könne ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch in positiver Richtung annehmen.“

Von Roland Weiterer