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Der Reitverein Salzgitter will die Jubiläumsfeier nachholen

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15:40 11.02.2021
Zum Jubiläum eingeschneit: Sandra Hartinger, Steffi Behler, Daniela Novin, Antje Böer, Bernd Böer und Katharina Müller vom Reitverein Salzgitter auf dem Gelände in Salder.
Zum Jubiläum eingeschneit: Sandra Hartinger, Steffi Behler, Daniela Novin, Antje Böer, Bernd Böer und Katharina Müller vom Reitverein Salzgitter auf dem Gelände in Salder. Quelle: rk
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Salzgitter

Dieses Ereignis hatte sich der Reitverein Salzgitter vermutlich ganz anders vorgestellt. Doch zum 50-jährigen Bestehen kommt es gleich doppelt dick. Die Corona-Krise lässt keine Jubiläumsfeier zu, noch dazu versinkt das Gelände in Salder dieser Tage im Schnee. „Sobald der Lockdown vorbei ist, wird hier durchgestartet, dann wollen wir das Jubiläum nachfeiern und die Longierhalle einweihen“, kündigt Vorsitzende Antje Böer an.

Am 13. Februar 1971 gründeten elf reitbegeisterte Salzgitteraner den „Kleinpferd- und Wanderverein“ und zogen mit drei Pferden auf die Weiden am Salzgittersee. Da diese jedoch vielfach unter Wasser standen, brauchte die Gemeinschaft eine neue Bleibe. Der neue Reitverein Salzgitter fand Unterschlupf in den Stallungen im Schloss Salder. An das märchenhafte Ambiente, das jedes Reiterherz höher schlagen ließ, erinnern sich viele Mitglieder gerne. Jahr um Jahr kamen mehr Reiterinnen und Reiter dazu, außer Privatpferden standen auch Schulpferde in den Ställen, die Aktiven des jungen Klubs konnten auf den Turnieren in näherer und weiterer Umgebung sowie auf dem eigenen Platz viele Erfolge erzielen.

Der Verbleib im Schloss Salder war nicht von Dauer – die Stadt wollte dort ihr Museum einrichten. Der Reitverein musste weichen, fand aber ganz in der Nähe „Hinter dem Knick“ ein passendes Grundstück, baute dort eine Halle und legte Reitplätze an. Zum 15. Geburtstag ging es an der neuen Stelle los mit einem Faschingsreiten. Der Dressur- und Springplatz, die Halle und das Reiterstübchen wurden rege genutzt, es folgten große Wettbewerbe. Zum Stadtjubiläum 1992 gab es ein Turnier mit 300 Pferden. Zwei Dressurreiterinnen schafften es sogar zu den Landesmeisterschaften in Hannover 1993. Immer wieder gab es erfolgreiche und gut besuchte Veranstaltungen in Salder. Viele der damaligen Turnierreiter sind heute noch im Verein aktiv – einige davon sogar im Vorstand.

Die Begeisterung für die Reiterei in Salzgitter nahm im neuen Jahrtausend ab, der Sport rückte in den Hintergrund, die Gebäude kamen in die Jahre, Pferdeboxen standen leer. Zum Tiefststand im Frühjahr 2015 übernahmen Antje Böer und Daniela Novin als erste und zweite Vorsitzende die Geschicke. Das Duo schaffte es, den Niedergang zu stoppen und neue Mitglieder zu gewinnen. Mit Hilfe eines Privatinvestors wurde die Anlage gerettet.

Der Vorstand, der weiterhin auf dem Gelände beheimatet ist, sieht diese Zusammenarbeit als „Glücksfall“. Mit viel Einsatz und Eigenarbeit mauserte sich die Reitanlage zu einer der schönsten im Umkreis. In Zusammenarbeit mit Inhaber Bernd Böer hat sich der Verein erholt und widmet sich seitdem der Ausbildung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf Privat- und auf Schulpferden. Das neue Konzept, die Lust am Reiten wieder zu vermitteln, verzeichnet seit der Übernahme im Jahr 2018 einen zunehmenden Erfolg.

Weihnachtsreiten mit Basar, Faschingsreiten, Osterrallye, Bull Riding, Ferienkurse und Aktionswochenenden sowie der Halloweenumzug lockten viele Zuschauer und Teilnehmer nach Salder. Die Corona-Pandemie kam dem Aufstieg des Reitvereins in die Quere, 2020 mussten zahlreiche Veranstaltungen ausfallen. Und auch 2021 ist nicht sicher, ob der gefüllte Terminkalender wie geplant umgesetzt werden kann. Trotz aller Widrigkeiten bleibt das Motto von den Anfängen bis heute: Wo Freizeit fördert und Freunde schafft.

Von Roland Weiterer