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Niedersachsen Wurden Puten unnötig vernichtet?
Nachrichten Politik Niedersachsen Wurden Puten unnötig vernichtet?
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12:11 09.04.2009
Von Klaus Wallbaum
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Gegenüber dem Sender NDR Info sagten zwei Vogelgrippe-Fachleute, man hätte die Tiere nicht vernichten und dafür Geld aus der Tierseuchenkasse ausgeben müssen, sondern schlachten und verkaufen können. Der bei Untersuchungen festgestellte Virus H5N3 sei nämlich harmlos gewesen. Das Agrarministerium in Hannover widersprach: „Es ging darum, die Ausbreitung und Mutation des Virus zu verhindern. Deshalb war die Keulung völlig richtig“, sagte eine Sprecherin.

Im Dezember, kurz vor Weihnachten, waren die Vögel im Landkreis Cloppenburg vernichtet worden. Zu einem großen Teil handelte es sich offenbar um schlachtreife Tiere. Die Experten Sievert Lorenzen von der Uni Kiel und Johan Mooij vom Wissenschaftsforum Aviäre Influenza erklärten nach Untersuchungen der Kadaver, die Puten hätten in den Handel gebracht werden können. Dem widerspricht das Agrarministerium nicht, betont aber, dass die Puten wegen der Ansteckung „nicht vermarktungsfähig“ gewesen seien. Es bestehe der Verdacht, dass die Keulung der Marktbereinigung gedient habe – weil wegen des Importstopps mehrerer Länder ein Überangebot bestanden habe.

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Dem widersprach die Sprecherin des Agrarministeriums: „Der globale Markt schließt solche Lücken sofort. Außerdem ist der Schaden für ein Unternehmen viel größer, wenn es Lieferverträge nicht einhalten kann.
Die Ausfälle der Putenbetriebe sind von der Tierseuchenkasse offenbar mit 14 Millionen Euro ausgeglichen worden. Das Geld stammt zu einer Hälfte vom Land, zur anderen von Landwirten, die Beiträge an die Kasse zahlen.

07.04.2009
Klaus Wallbaum 05.04.2009