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Niedersachsen Wir werden mehr: Niedersachsen kommt an die 8-Millionen-Marke
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20:39 06.12.2019
Ein Wohngebiet in Sarstedt sieht aus der Luft betrachtet einem Herz sehr ähnlich.. Quelle: Stratenschulte
Hannover

Das Land Niedersachsen wächst, obwohl die jährlichen Sterberaten höher als die Geburtenraten liegen. „Niedersachsen nähert sich jetzt der Acht-Millionen-Marke“, sagte Simone Lehmann, Präsidentin des Landesamtes für Statistik, als sie den „Niedersachsen-Monitor 2019“ vorstellte – eine Art Logbuch für die wesentlichen Daten des Landes. So sei die Bevölkerung Niedersachsens 2018 im siebten Jahr in Folge gewachsen. 7,98 Millionen Menschen leben in diesem Bundesland, fast 20 000 mehr als im Vorjahr. Grund seien Wanderungsgewinne gewesen, die das Geburtendefizit von gut 22 500 Personen ausgeglichen hätten. Niedersachsen ist also für Zuwanderer attraktiv.

Durchnittsalter bei 44,5 Jahren

Bevölkerungswachstum: Die Zuzügler haben (zumindest statistisch) recht viel Platz im „Flächenland“ Niedersachsen. Durchschnittlich wohnten 2018 etwa 167 Einwohnerinnen und Einwohner je Quadratkilometer (in Deutschland sind es sonst 232 Personen).

Demografie: Das Durchschnittsalter der Niedersachsen entspricht mit 44,5 Jahren in etwa dem Bundesdurchschnitt (44,6), allerdings kann man die Überalterung der Bevölkerung schon daran feststellen, wenn man einen Niedersachsen-Vergleich vor 50 Jahren hinzuzieht, wie Simone Lehmann berichtete: „Da lag das Durchschnittsalter der Niedersachsen noch bei 36 Jahren.“ Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung Niedersachsens ist älter als 65 Jahre, der Anteil der unter 18-jährigen betrug im vergangenen Jahr 16,6 Prozent. Die Zahl der Geburten ist in Niedersachsen mit 73652 Kindern leicht angestiegen (ein Plus von 0,9 Prozent).

Zuwanderung: 41,8 Prozent der Zuzügler, die nach Niedersachsen kommen, stammen aus einem anderen EU-Staat. In Niedersachsen lebten im vergangenen Jahr insgesamt 749 694 Ausländerinnen und Ausländer, was einer Quote von 9,4 Prozent entspricht und deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt von 13,2 liegt. Die Aufnahmequote von Niedersachsen bei Asylsuchenden betrug 9,4 Prozent. Leicht gesunken auf 8470 Personen ist 2018 hingegen die Zahl der Einbürgerungen in Niedersachsen, ein Rückgang um 3,6 Prozent. Knapp ein Drittel der Eingebürgerten (29,5 Prozent) kam aus EU-Staaten, wesentlich weniger als etwa in Bayern, wo der Anteil der eingebürgerten EU-Bürger bei 43,1 Prozent lag.

Wirtschaft: Die Wirtschaft in Niedersachsen wuchs 2018 gemessen am Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent und damit schwächer als im Bundestrend, der bei 1,4 Prozent lag. Im ersten Halbjahr 2019 legte das Bruttoinlandsprodukt wie auch bundesweit um 0,4 Prozent zu. Die Beschäftigtenzahl stieg 2018 um 2,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,3 Prozent und bis zur Jahresmitte 2019 auf 4,9 Prozent.

Jeder Siebte unter 18 Jahren bezieht Sozialhilfe

Armut: Trotz äußerst niedriger Arbeitslosenquote (sie lag 2018 bei 5,3 Prozent) war die Armutsgefährdungsquote 2018 bei 15,0 Prozent. Sie lag damit 0,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. 2018 galten rund 1,17 Millionen Menschen als armutsgefährdet. Die Zahl der Hartz IV-Empfänger ging 2018 erstmals seit 2014 wieder zurück, und zwar um 4,5 Prozent auf rund 580 400 Personen. Allerdings lebe, so die Präsidentin des Statistikamtes, jeder siebte junge Mensch unter 18 Jahren in einem Haushalt, der Sozialhilfe beziehe.

Kinderbetreuung: Obwohl Niedersachsen bei der Kinderbetreuung aufholt, blieb es 2018 noch weit unter dem westdeutschen Durchschnitt. Bei den unter Dreijährigen wurden 30,9 Prozent betreut. Bei den Drei- bis Sechsjährigen wurden 31,9 Prozent mehr als sieben Stunden pro Tag betreut. Die Zahl der Schulabbrecher ohne Hauptschulabschluss stieg nach den jüngsten verfügbaren Daten für 2017 um 0,7 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.

Von Michael B. Berger

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