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Niedersachsen Ministerin: Wer gutes Fleisch will, muss mehr zahlen
Nachrichten Politik Niedersachsen Ministerin: Wer gutes Fleisch will, muss mehr zahlen
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06:01 04.12.2017
Wer Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren haben will, muss bereit sein, mehr Geld zu zahlen, sagt die neue Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Hannover

Niedersachsens neue Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nimmt beim Tierschutz in der Landwirtschaft die Kunden an der Supermarkttheke stärker in die Verantwortung. „Der Verbraucher muss bereit sein, für tiergerechte Lebensmittel mehr Geld auszugeben, sonst kann es nicht funktionieren“, sagte Otte-Kinast der HAZ. Die Landwirte dürften nicht auf den Kosten für mehr Tierschutz sitzen bleiben. Bereits in den Schulen müsse mehr Wertschätzung für die Erzeugung von Lebensmitteln vermittelt werden, fordert sie. 

Otte-Kinast will sich vor diesem Hintergrund auch dafür einsetzen, dass auf Packungen einheitlich gekennzeichnet wird, unter welchen Haltungsbedingungen das Fleisch entstanden ist. Damit greift die CDU-Ministerin eine Initiative ihres Amtsvorgängers Christian Meyer auf. 

Der Grünen-Politiker hatte seit 2013 unter dem Schlagwort der „sanften Agrarwende“ eine Reform der Agrarpolitik verfolgt. So stellte er die Wirtschaftsförderung für große Schlachtbetriebe ein und erhöhte stattdessen die Umstellprämien für Bio-Bauern. Darüber hinaus setzte er nach und nach höhere Standards bei der Haltung von Schweinen, Hühnern, Enten und Kühen durch. Bei Landwirten stieß Meyers Politik auf zum Teil heftigen Protest, weil sie fürchteten, die neuen Auflagen wirtschaftlich nicht zu verkraften. In der Oppositionsrolle und im Wahlkampf hatte die CDU Meyer scharf für seine Politik kritisiert.

Otte-Kinast sagte im HAZ-Interview, Meyer habe „sehr gute Dinge auf den Weg gebracht“. Sie werde nun nicht alles sofort rückgängig machen, versprach aber gleichwohl, die Politik gründlich zu überprüfen. Dabei wolle sie die betroffenen Landwirte, aber auch Veterinärmediziner und andere Experten mit ins Boot holen. Akkerdings kritisierte Otte-Kinast den Politikstil des Grünen: „Minister Meyer hat vieles ideologisch nach vorne gebracht, ohne die Landwirte mitzunehmen.“

Den Tierschutzplan, dessen Ursprünge auf Meyers Vorgänger Gert Lindemann (CDU) zurückgehen, wolle sie aber weiterentwickeln, versprach die Ministerin. Außerdem gibt Otte-Kinast dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat keine langfristige Zukunft. Weil die Europäische Union gerade die Zulassung für das Mittel verlängert habe, gebe es nun fünf Jahre Zeit, nach Alternativen zu suchen, sagte Otte-Kinast: „Aber jedem sollte klar sein: Die Zeit für Glyphosat läuft ab.“ 

Das Herbizid ist seit Jahren umstritten, weil eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hat. Bundes- und EU-Behörden halten Glyphosat dagegen für unbedenklich. In der vergangenen Woche kam es in der Bundesregierung zum Eklat, weil Agrarminister Christian Schmidt (CSU) im Alleingang der verlängerten Zulassung für weitere fünf Jahre zugestimmt hatte, obwohl die SPD dagegen war.

Von Heiko Randermann

Verbraucher müssen bereit sein, mehr Geld für Fleisch aus artgerechter Haltung zu zahlen, sagt Niedersachsens neue Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) im HAZ-Interview. Sie will auf die Landwirte zugehen, macht aber deutlich: Einen Kurswechsel in der Agrarpolitik wird es nicht geben.

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