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Niedersachsen Waldbesitzer erhalten Millionenhilfe gegen Borkenkäfer
Nachrichten Politik Niedersachsen Waldbesitzer erhalten Millionenhilfe gegen Borkenkäfer
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20:33 09.09.2019
Völlig vertrocknet sind die Blätter einer Buche. Die Wälder in Deutschland haben massiv unter Stürmen, Hitze, Dürre und Schädlingen gelitten. Quelle: Boris Roessler/dpa
Hannover

Die niedersächsischen Wälder sind offenbar schlimmer vom Klimawandel betroffen als bisher angenommen. „Waldbesitzer erleben ein flächenhaftes Siechtum ihrer Wälder“, sagte Agrar- und Forstministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nach einem „Waldgipfel“ mit Akteuren aus der Forstwirtschaft am Montag. Die Wälder seien teilweise in einem „wirklich erschreckenden“ Zustand. Nach Fichte, Kiefer und Buche seien jetzt auch Eiche und Ahorn betroffen. Als Grund für das Waldsterben gilt neben Stürmen und der Dürre auch eine Borkenkäferplage.

Millionen Bäume sind abgestorben

Laut Otte-Kinast sind alleine in diesem Jahr durch Klimaschäden in Niedersachsen zwei Millionen Kubikmeter Schadholz und rund 10.000 Hektar baumloser Fläche entstanden. Viele Millionen Bäume seien abgestorben. „Das Drama wird größer und nicht kleiner“, erklärte die Ministerin. Die Holzpreise seien zusammengebrochen. „Die Waldbesitzer können nicht mehr.“

Die Dürre im vergangenen Jahr hatte die Ausbreitung der Borkenkäfer stark begünstigt, vor allem Fichten sterben im großen Stil ab. Alleine am Wurmberg im Harz müssen rund 80 Hektar Fichtenwald wegen des Borkenkäfers gefällt werden. Das Land fördert den Einsatz von geschulten Hilfskräften („Waldläufer“) zur Früherkennung der Borkenkäfer-Schäden.

Otte-Kinast kündigt Hilfe für Waldbesitzer an

Die CDU-Politikerin bezeichnete die Bewältigung der Krise als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wir benötigen unsere multifunktionalen Wälder. Wir benötigen klimaangepasste Mischwälder, wir benötigen intakte Forstbetriebe und wir benötigen ein funktionierendes Cluster Forst und Holz. Nur so ist ein gemeinsames Leben nachhaltig möglich“, sagte Otte-Kinast.

Das Land will die geschädigten Waldbesitzer laut Otte-Kinast in diesem Jahr mit 5,5 Millionen Euro unterstützen – teils als Soforthilfe, teils als Förderung. Der Bund hat angekündigt, in den kommenden Jahren rund 800 Millionen Euro für die Wiederaufforstung in den Bundesländern bereit zu stellen. „Wir müssen Entscheidungen für die nächsten 100 Jahre treffen“, sagte Otte-Kinast. Dadurch werde sich das Landschaftsbild verändern. Laut Ministerium sollen zwar künftig die gleichen Baumarten gepflanzt werden, teilweise jedoch an anderen, klimagünstigeren Standorten.

Waldbesitzer sind zufrieden mit dem Gipfel

Der niedersächsische Waldbesitzerverband zeigte sich nach Angaben seines Präsidenten Norbert Leben „zufrieden“ mit den Ergebnissen des Waldgipfels. Die Aufforstung von 10.000 Hektar Wald koste 50 bis 60 Millionen Euro, betonte Leben. Nach Einschätzung von Forstleuten werden für die Aufforstung geschädigter Wälder in Niedersachsen mehr als 100 Millionen junge Bäume benötigt.

Die FDP fordert ein Auf- und Umforstungsprogramm, eine regelmäßige Überwachung der Wälder und bessere Absprachen zwischen dem Land und den privaten Waldbesitzern. „Der Wald in Niedersachsen ist erheblich unter Druck“, sagte der FDP-Fraktionschef im Landtag, Stefan Birkner.

Die Grünen wollen einen beschleunigten Umbau von Nadelwald-Monokulturen in naturnahe Mischwälder. Otte-Kinast habe das Thema bisher „regelrecht verschlafen“, erklärte Grünen-Fraktionsvize Miriam Staudte.

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