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Niedersachsen Waldbrandgefahr trifft Celle besonders
Nachrichten Politik Niedersachsen Waldbrandgefahr trifft Celle besonders
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19:55 19.08.2009
Von Hannah Suppa
Die Waldbrandgefahr trifft besonders den Raum Celle.
Die Waldbrandgefahr trifft besonders den Raum Celle. Quelle: ddp (Archivbild)
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In Celle gilt die Warnung bis einschließlich Sonntag, in den anderen betroffenen Gebieten wird die Gefahrenstufe zum Wochenende herabgesetzt. „Jetzt ist es durch die geringe Luftfeuchtigkeit besonders gefährlich“, sagt Oliver Glaschke von den Niedersächsischen Landesforsten. Nur ein kleiner Funke genüge, um ein Großfeuer zu entfachen.

Der Landkreis Celle mit seinen ausgedehnten Kiefernwäldern ist besonders gefährdet, berichtet der stellvertretende Stadtbrandmeister aus Celle, Bernd Müller. Durch den hohen Harzanteil brenne die Kiefer sehr schnell. „Wir hatten in den vergangenen Tagen schon vier Einsätze bei Waldbränden“, sagt Müller. Die Freiwillige Feuerwehr sei aber gut aufgestellt. Sorgen macht Müller nur der Wind. Falls dieser stärker werden sollte und aus Richtung Osten bläst, könnte es „brandgefährlich“ werden.

Zur frühzeitigen Erkennung von Bränden ist zurzeit nur eins der zwei niedersächsischen Feuerwehrflugzeuge über den Wäldern unterwegs. „Es fliegt täglich sechs Stunden über die Lüneburger Heide“, sagt Hans Zettl, Referent für den Feuerwehrflugdienst Niedersachsen. Das zweite Einsatzflugzeug aus Peine wird derzeit noch nicht verwendet. Dort ist die nötige Gefahrenstufe fünf bisher nicht erreicht. Die Feuerwachtürme in den Wäldern sind mit Forstmitarbeitern oder Ehrenamtlichen besetzt – hier kann mit einfachen Mitteln ein Feuer besser erkannt werden als aus der Luft.

Zusätzlich sind seit Anfang August Spezialkameras zur Waldbrandüberwachung im Einsatz. Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) hatte bereits im Juni die erste der modernen Kameras testweise in Betrieb genommen. Derzeit sind jedoch anders als geplant nur vier der 17 Kameras installiert – in Zernien und Gorleben. Zu der Verzögerung haben Schwierigkeiten bei der Datenübertragung von den Kameras per Funk in die Lüneburger Zentrale geführt. „Bis Ende des Jahres werden alle Kameras platziert sein“, sagt Projektleiter Helmut Beuke.

Mit dem Kamerasystem, dessen Technik aus der Weltraumforschung stammt, soll die Arbeit der Wachtürme ergänzt werden. Die Kameras haben eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern, Forstmitarbeiter werten in der Überwachungszentrale die Bilder aus. „Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Beuke. So konnten im Landkreis Lüchow-Dannenberg mit dem System bereits zwei Großfeuer frühzeitig entdeckt werden. In der Region Celle sind die Überwachungskameras noch nicht betriebsbereit. Hier hofft man auf „Abkühlung“, sagt Müller. Und appelliert an die Bürger, besonders wachsam zu sein und Zigaretten beispielsweise nicht achtlos zu entsorgen.