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Niedersachsen Verspannungen im Dreigestirn Gabriel, Duin und Jüttner
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18:11 13.05.2009
Von Michael B. Berger
2003 ein Herz und eine Seele: Sigmar Gabriel, Garrelt Duin und Wolfgang Jüttner (von links). Mit dabei der damaligen SPD-Generalsekretär Olaf Scholz (vorne) und Landtagsvizepräsident Ulrich Biel (rechts).
2003 ein Herz und eine Seele: Sigmar Gabriel, Garrelt Duin und Wolfgang Jüttner (von links). Mit dabei der damalige SPD-Generalsekretär Olaf Scholz (vorne) und Landtagsvizepräsident Ulrich Biel (rechts). Quelle: Wilde
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Wenn es darum ging, den mächtigen SPD-Bezirk Hannover mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Jüttner in die Zange zu nehmen, gingen sie von beiden Seiten scharf ran. Doch die einstige Allianz ist zerbrochen, seitdem Duin auch SPD-Landesvorsitzender ist – wie ein plötzlicher Ausbruch Duins erst diese Woche bewies. Es gibt Verspannungen im SPD-Dreigestirn.

Auf einem eigentlich gemütlichen Spargelessen griff Duin unversehens den nicht anwesenden Gabriel an. Der verhalte sich schädlich für die SPD und spiele jetzt bei der Aufstellung der Liste zur Bundestagswahl, die am Sonnabend in Celle im Beisein des SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Peter Struck feierlich beschlossen werden soll, die „beleidigte Leberwurst“.

Der Braunschweiger hatte sich tatsächlich selbst auf den letzten Platz setzen lassen, der seinem Bezirk zustand. Dieser entspricht auf der Landesliste, die fein nach regionalen Gesichtspunkten sowie der Frage Mann oder Frau austariert ist, dem 24. Platz. Gabriels offizielle Begründung: So bekomme man möglicherweise vier Braunschweiger in den Bundestag – den SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (Platz drei). Achim Barchmann (Platz 11), Carola Reimann (Platz 17) und ihn selbst. Auf Listenplatz 24 wird Gabriel also aller Voraussicht nach seinen Wahlkreis, der Salzgitter und Harzregion umschließt, direkt holen müssen.

Die Aufstellung der Liste wäre weitgehend geräuschlos vor sich gegangen, wenn nicht Gabriel am Rande des letzten SPD-Bezirksparteitages darüber gespottet hätte, dass die niedersächsische SPD ihre Zugpferde - und er als wortgewaltiger Bundesminister rechnet sich zweifellos dazu - nicht gebührend nach vorne stelle: Die vorderen Plätze (Duin und die nicht eben flammende Rednerin Edelgard Bulmahn) könnten dann ja die Säle füllen.

Gabriels Spott hat jetzt Jüttner und Duin vereint, die seit der verlorenen Landtagswahl ohnehin aneinander gekettet sind: Jüttner ist bis Mitte 2010 als Landtagsfraktionsvorsitzender gewählt, Duin als Landesparteichef. „Das ist eine Art Schicksalsgemeinschaft gegen das Alphatier Gabriel“, heißt es in der Partei, Plisch und Plum andersherum.

Der Ostfriese Duin rechnet sich noch immer Chancen aus, im Jahr 2013 als Bewerber gegen Ministerpräsident Christian Wulff anzutreten, gilt aber seit der seltsamen Affäre um die Landtagsabgeordnete Swante Hartmann als angeschlagen. Mit Jüttner ist er einig, dass der SPD-Landesverband gegenüber den Bezirken gestärkt werden muss -also auch gegenüber Gabriel.