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Niedersachsen Wissenschaftler gründen Allianz für Wasserstoff
Nachrichten Politik Niedersachsen Wissenschaftler gründen Allianz für Wasserstoff
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20:14 18.09.2019
Blick ins Labor der neuen Wasserstoffallianz im Institut für elektrische Energiesysteme: Wissenschaftsminister Björn Thümler (von links), Prof. Richard Hanke-Rauschenbach, Prof. Carsten Agert und Prof. Ulrich Reimers. Quelle: Samantha Franson
Hannover

In der Leibniz-Universität hat Wissenschaftsminister Björn Thümler am Mittwoch einen neuen Wissenschaftsverbund vorgestellt, der eine künftig sehr wichtige Energiequelle noch besser erforschen soll: die Wissenschaftsallianz Wasserstofftechnologie. Der neue Zusammenschluss, an dem die Universitäten Hannover, Braunschweig, Clausthal und Oldenburg sowie renommierte Institute beteiligt sind, soll das Wissen um den Wasserstoff bündeln. „Die Forschung auf diesem Sektor, der für Niedersachsen sehr wichtig ist, ist weit, aber noch längst nicht am Ende“, sagte Thümler. In Niedersachsen werden im kommenden Jahr daher sechs neue Innovationslabore entstehen. Eine Ausschreibung dafür werde Ende 2019 veröffentlicht, kündigte Thümler an.

Ein Mittel gegen Dunkelflauten

Der Minister stellte die neue Wissenschaftsallianz im Institut für elektrische Energiesysteme an der Callinstraße in Hannovers Nordstadt vor, an dem auch Prof. Richard Hanke-Rauschenbach arbeitet. Der Ingenieur ist der Kopf der neuen Allianz, an der 20 Institute beteiligt sind und die unter dem Dach des Energieforschungszentrums Niedersachsen (EFZN) agiert. Die Wissenschaftsallianz komme gerade zum rechten Zeitpunkt und biete die Chance, das Thema Wasserstoff bevorzugt zu behandeln, sagte Hanke-Rauschenbach. Gerade angesichts der Tatsache, dass die erneuerbaren Energien manchmal gar nicht zur Verfügung stünden – in den sogenannten Dunkelflauten – brauche man eine Energieform, die sich gut speichern lasse. Hierfür biete Niedersachsen mit seinen Kavernen geeignete Möglichkeiten.

Wasserstoff werde in praktisch allen Energiesektoren gebraucht, unterstrich der Oldenburger Wissenschaftler, Prof. Carsten Agert, Vorstandssprecher des EFZN. Man brauche den Wasserstoff, um den Verkehr von CO2 zu befreien – im Fachbegriff: decarbonieren –, aber auch als künftigen Ersatz für Erdgas bei der Heizungstechnik. „Die Energiewende im Verkehr hinkt eher 20 Jahre hinterher, jetzt geht es erst richtig los“, sagte Agert.

6,5 Millionen für neue Labore

Die künftigen Labore, über deren Standort noch nicht entschieden ist, werden vom Wissenschaftsministerium mit zusätzlich 6,5 Millionen Euro gefördert, das aus dem sogenannten Vorab der Volkswagenstiftung fließen soll. Prof. Hanke-Rauschenbach meinte, diese „Spritze“ komme gerade zur rechten Zeit. „Die Wasserelektrolyse spielt eine enorm wichtige Rolle“, sagte er. Der Wissenschaftler zeigte dem Minister eine Testzelle und erläuterte die Herstellung von Wasserstoff, der künftig vornehmlich aus erneuerbaren Energien gewonnen werden soll (grüner Wasserstoff) und nicht mehr aus fossilen Energieträgern.

Thümler sagte, die Forschungsallianz werde sich um die Wasserstoffbereitstellung mittels Elektrolyse kümmern, um die Speicherung des Energieträgers, die Verbrennung und die Konversion in andere Energieträger. Ob grün oder blau sei für ihn nicht die Frage – entscheidend sei der Wasserstoff, meinte der Minister. Die Wissenschaftler betonten, es gehe vorrangig um grünen Wasserstoff. Ihr Verbund biete die Chance, in einem Flächenland wie Niedersachsen durch gezielten Austausch auch mit wissenschaftlichen Kraftzentren wie Aachen oder Karlsruhe mithalten zu können.

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Von Michael B. Berger

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