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Niedersachsen Mehr als 200 Wölfe in Niedersachsen
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14:28 18.12.2019
Deutlich mehr als 200 Wölfe leben mittlerweile zwischen Ems und Elbe. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Hannover

Die Wolfspopulation in Niedersachsen steigt. Nach Angaben von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) gibt es inzwischen deutlich mehr als 200 Wölfe in Niedersachsen. „Wir haben derzeit 23 Rudel, sechs Paare, die zu Rudeln werden, und einzelne Wölfe“, sagte Lies in einer Aktuellen Stunde des Landtags, in der er sich auch heftige Kritik anhören musste.

Jagd auf Problemrüden nur ein Schauspiel?

Der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe kritisierte die Wolfspolitik von Lies, die zu sehr mageren Ergebnissen führe. So werde die Abschusserlaubnis für den Rodewalder Problemwolf Monat für Monat verlängert, ohne dass etwas geschehe. „Sie führen hier das Schauspiel auf ,Wir verfolgen einen Einzel-Rüden’, während sich die Wölfe munter vermehren“, sagte Grupe. Minister Lies beschwichtige und beschönige die Lage, in der immer mehr Weidetierhalter aufgeben würden, doch er tue nichts. Der Ankündigung, mindestens ein Tier in jedem Wolfsrudel mit einem Sender zu versehen, damit man es besser orten kann, sei bisher überhaupt nichts gefolgt.

Auch der Grünen-Politiker Christian Meyer kritisierte scharf den früheren Ministerkollegen Lies: „Ihre Wolfspolitik ist viel schlechter als unter Rot/Grün.“ So sei es Lies’ Vorgänger Stefan Wenzel (Grüne) immerhin gelungen, einen Problemwolf „zu entnehmen“. Der AfD-Politiker Stefan Wirtz empfahl in der Debatte, die Dinge beim Wort zu nehmen: „Entnahme heißt nichts anderes als Abschuss.“ Auch der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke vermisste Erfolge bei der Bejagung des Rodewalder Wolfes. „Zahlreiche Nutztierhalter haben bereits resigniert oder melden die Wolfsrisse gar nicht mehr, weil sie Angst haben vor den Anfeindungen der Wolfsfreunde“, sagte Schmädeke.

„Weidetierhalter sind in schwieriger Lage“

Lies gab zu, dass sich die Weidetierhalter, die am Montag auch vor dem Landtag demonstriert hatten, in einer sehr schwierigen Situation befänden, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten käme die Bedrohung durch Wölfe aber noch hinzu. Dafür, dass die Rudel noch nicht mit Sendern ausgestattet seien, könne er nichts. Auch er sei darüber verärgert. Er habe einen Auftrag dazu an die Tierärztliche Hochschule Hannover vergeben. „Mehr kann ich nicht tun, oder soll ich selbst herausgehen, um die Tiere zu besendern?“ Lies wie auch der SPD-Abgeordnete Axel Brammer mahnten eine sachlichere Debatte über die Wolfsproblematik an.

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