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Niedersachsen Umweltminister Lies: Dethlinger Teich muss saniert werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Umweltminister Lies: Dethlinger Teich muss saniert werden
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15:10 02.12.2019
Am Gebiet des Dethlinger Teiches laufen die Erkundung des Bodens und die Suche nach Chemiekampfstoffen, die offenbar nach Kriegsende hier verklappt wurden. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Der mit Kampfmitteln verseuchte Dethlinger Teich im Heidekreis muss komplett saniert werden. Das hat Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) am Montag gefordert. „Wir können nicht einfach einen Deckel draufmachen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert“, sagte der SPD-Politiker am Montag nach der Sitzung des Umweltausschusses des Landtags. Die Frage nach der Notwendigkeit einer Sanierung stelle sich gar nicht mehr. Es gehe lediglich darum, wie die gefährliche Hinterlassenschaft zweier Weltkriege saniert würden.

Kostenschätzung bisher bei mindestens 50 Millionen Euro

Das Umweltministerium schätzt die Sanierungskosten für die Grube zwischen den Orten Munster und Oerrel auf mindestens 50 Millionen Euro. Diese Summe war vor Jahren auch in ersten Schätzungen des betreffenden Landkreises genannt worden. Minister Lies hofft nun, dass das Land mit dem Bund zu einer guten und tragfähigen Lösung kommen werde. „Der Umgang mit diesem Kampfmittelfund von einzigartiger Dimension darf nicht am Geld scheitern.“

Der Dethlinger Teich ist eine ehemalige Kieselgurgrube, in der während und nach dem Zweiten Weltkrieg gewaltige Mengen an Kampfstoffen sowie Munition versenkt worden sind. Auch die Alliierten entsorgten nach dem Krieg mehr als 10.000 Granaten dort, die sie von Hitler-Deutschland erbeutet hatten. In dem 1952 zugeschütteten Tümpel seien 200 bis 300 entschärfte Phosgenbomben gelangt, berichtet das Umweltministerium. Auch fänden sich dort 100.000 Zündladungen und 3000 Kampfstoffgranaten. 15 bis 20 zuvor entleerte Senfgasbomben seien ebenfalls im Dethlinger Teich gelandet.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Derzeit wird das Gelände unter hohen Sicherheitsvorkehrungen untersucht und ist abgesperrt. Der sogenannte Waldtümpel ist mit einem Durchmesser von etwa 60 Metern verhältnismäßig klein, gilt aber als größte Müllhalde von chemischen Kampfstoffen in Deutschland.

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