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Niedersachsen Krachende Niederlage: SPD verliert ihre Hochburg Emden
Nachrichten Politik Niedersachsen Krachende Niederlage: SPD verliert ihre Hochburg Emden
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22:00 08.09.2019
Im Rathaus der ostfriesischen Hafenstadt Emden regiert künftig Tim Kruithoff. Quelle: Fotos: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Emden

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Emden hat die SPD am Sonntag eine ihrer traditionellen Hochburgen in Niedersachsen verloren. Die Emder wählten den unabhängigen und parteilosen Bewerber Tim Kruithoff mit großer Mehrheit zu ihrem neuen Oberbürgermeister. Damit enden mehr als 60 Jahre SPD-Regentschaft in der ostfriesischen Hafenstadt: Seit 1956 hatten immer die Sozialdemokraten Emdens Oberbürgermeister gestellt. Mehr als 40 000 Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen.

75 Prozent für Kruithoff

Der 42 Jahre alte Kruithoff kam nach der Auszählung aller 41 Wahlbezirke auf 75,43 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der SPD, Manfred Eertmoed, erreichte nur 16,44 Prozent der Wähler. Eertmoed hatte schon früher am Abend seine absehbare Niederlage eingeräumt: „Für mich geht am Dienstag die Arbeit in Hinte weiter“, sagte er der „Ostfriesen-Zeitung“. Eertmoed ist Bürgermeister in der ostfriesischen Gemeinde.

Erhielt 75 Prozent der Stimmen: Tim Kruithoff, unabhängiger und parteiloser Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Emden. Quelle: dpa

Der bisherige Amtsinhaber Bernd Bornemann (SPD) war nach acht Jahren nicht mehr zur Wiederwahl in der etwa 50 000 Einwohner zählenden Hafenstadt angetreten. Neben Kruithoff und Eertmoed hatten sich vier weitere Männer und zwei Frauen um Bornemanns Nachfolge beworben, darunter die Thekenkraft in einem Emder Bordel, Tanja Meyer. Meyer und auch die anderen parteilosen Bewerber galten aber eher als Außenseiter und waren am Wahlsonntag chancenlos.

Der 42-jährige Diplom-Kaufmann Tim Kruithoff sagte laut „Ostfriesen-Zeitung“ in einer ersten Reaktion auf seinen Wahlsieg, er wolle auch für diejenigen Emder ein guter Oberbürgermeister sein, die ihn nicht gewählt haben.

Mehrheit im Rat

Der Neue auf dem Chefsessel des Rathauses kann auf breite Unterstützung im Emder Rat bauen. Er wurde im Wahlkampf von CDU, FDP, Grünen und der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Emden“ unterstützt. Unter dem Slogan #verEMDERung will er das Potenzial der Stadt neu wecken.

Emden steht nach diversen Werftenpleiten vor großen Aufgaben. Volkswagen als wichtigster Arbeitgeber orientiert sich gerade neu und könnte im Zuge der Umstellung auf ­E-Autos eines Tages Arbeitsplätze abbauen. Auch die Finanzlage der 50 000-Einwohner-Stadt an der Emsmündung in Randlage zu den benachbarten Niederlanden ist nicht rosig.

Für Enttäuschung sorgte die geringe Wahlbeteiligung. Nur etwas mehr als die Hälfte der zur Wahl aufgerufenen 40 000 Emder machten ihr Kreuz – ein für eine Direktwahl enttäuschendes Ergebnis.

Von Karl Doeleke

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