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Niedersachsen Weil richtet den Blick nach vorn
Nachrichten Politik Niedersachsen Weil richtet den Blick nach vorn
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21:05 06.03.2014
Von Klaus Wallbaum
Will die Erinnerung an die Einheit und den Ausblick in die Zukunft miteinander verknüpfen: Stephan Weil.
Will die Erinnerung an die Einheit und den Ausblick in die Zukunft miteinander verknüpfen: Stephan Weil. Quelle: dpa
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Hannover

Zuletzt gab es diese Chance vor 16 Jahren, nun darf Niedersachsen wieder sein Können beweisen. Die Landesregierung richtet am 3. Oktober die bundesweit zentrale Feier zum Tag der deutschen Einheit in Hannover aus - und zwar in der üblichen Mischung von staatstragendem Festakt und buntem Volksfest, diesmal am Maschsee direkt im Herzen der Stadt. Eines allerdings fehlt bislang in der niedersächsischen Planung - eine Betonung der Bürgerrechtler, die im Herbst 1989 die Revolution in der DDR bewirkt hatten.

Der Nationalfeiertag am diesjährigen 3. Oktober fällt diesmal in eine besondere Zeit: Die friedliche Revolution ist genau ein Vierteljahrhundert her. Anfang Oktober waren in Dresden und Leipzig Menschen auf die Straße gezogen, am 9. Oktober waren es in Leipzig rund 70 000, sodass die Staatsmacht eine zuvor vorbereitete militärische Niederschlagung verwirft. Einen Monat später fällt die Mauer, ein knappes Jahr darauf sind die DDR und die Bundesrepublik ein vereinigter Staat.

Doch die Landesregierung hat sich entschieden, nicht die Rolle der DDR-Bürgerbewegung und ihre Anliegen in den Mittelpunkt der Feier zu stellen, sondern die Tatsache, dass in Deutschland viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen leben. „Vereint in Vielfalt. Deutschland zu Gast in Niedersachsen“, heißt das Motto, und nach den Worten von Ministerpräsident Stephan Weil knüpft man damit an ein Motto des hannoverschen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz an, dessen Maxime „Einheit in der Vielheit“ lautete. Dies habe man leicht abgewandelt. Dazu zeigt das Land Plakate mit Gesichtern, die aus verschiedenen Personen zusammengesetzt sind - weiße und farbige, blonde, dunkelhaarige und brünette.

Warum lehnt sich die Landesregierung mit der Feier nicht stärker an die Ereignisse von 1989 an? „Für viele junge Leute ist die deutsche Vereinigung weit weg, sie müssen dafür in die Geschichtsbücher blicken. Die Landesregierung versucht, die Erinnerung an damals und den Ausblick in die Zukunft miteinander zu verknüpfen“, sagt Weil.

Der 3. Oktober 2014 beginnt in der hannoverschen Marktkirche mit einem ökumenischen Gottesdienst, um 12 Uhr schließt sich ein Festakt im Kuppelsaal an, einer der Redner wird Bundesratspräsident Stephan Weil sein. Am Maschsee soll es von 11 Uhr an eine bunte Veranstaltung geben, bei der sich auch die Bundesländer präsentieren und Künstler auftreten. Das Land steuert 2,8 Millionen Euro bei, der Bund 184 000 Euro. Projektleiter Matthias Woiwode sucht noch Sponsoren für die Feier. Eines sei klar, sagt Woiwode: Der Etat werde nicht - wie in Stuttgart - überschritten. Lieber werde man, falls es nötig werde, am Programm sparen.

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