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Niedersachsen Keine wirksamen Rezepte gegen Lehrermangel? Kultusminister Tonne erntet Kritik
Nachrichten Politik Niedersachsen Keine wirksamen Rezepte gegen Lehrermangel? Kultusminister Tonne erntet Kritik
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11:47 11.09.2019
Ein Ankündigungsminister? Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verweist auf die hohe Zahl der Neueinstellungen von Lehrern. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Heftige Kritik an der Schulpolitik der Großen Koalition in Hannover haben am Mittwoch nahezu alle Oppositionspolitiker geübt. Björn Försterling von der FDP hatte die immer noch ungenügende Unterrichtsversorgung zum Thema einer Aktuellen Stunde gemacht. Das Kultusministerium reagiere mit immer neuen Programmen, etwa einer unausgegorenen Dorflehrerprämie, ohne aber den Lehrermangel zu beseitigen. Die Grünen-Abgeordnete Julia Willie Hamburg bezeichnete Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) als „Ankündigungsminister“.

Nicht alles machbar

Das ließen die Regierungsparteien nicht auf sich sitzen. Der SPD-Abgeordnete Stefan Politze wies darauf hin, dass Tonne eine Fülle von Maßnahmen eingeleitet habe, um den Lehrermangel zu beseitigen, etwa Stellen für Quereinsteiger zu schaffen. Nur müsse man auch in der Bildungspolitik „Schritt für Schritt“ und mit Augenmaß handeln. Die vielen Forderungen der FDP seien finanziell überhaupt nicht abgesichert. Auch die CDU-Bildungsexpertin Mareike Wulf wies die Attacken auf Tonne zurück. Bei der Unterrichtsversorgung bewege man sich auf die 100-Prozent-Marke zu. „Das ist schon eine große Leistung.“ Die aktuelle Prognose zur Unterrichtsversorgung lautet derzeit 99,8 Prozent.

Der AfD-Abgeordnete Harm Rykena meinte, eine echte Vollversorgung ohne Unterrichtsausfall hätte man erst bei 100 Prozent. Derzeit falle „landauf, landab der Unterricht aus“. Rykena empfahl, die „überfrachteten Lehrpläne“ zu entschlacken. Man brauche nicht „ noch mehr soziales Lernen“.

Positiver Saldo bei Einstellungen

Tonne selbst wies darauf hin, dass die Zahl der Neueinstellungen die der Abgänge um 350 Lehrkräfte übertreffen würde. „Das ist zum wiederholten Mal ein Einstellungsdurchgang, in dem wir einen positiven Saldo erzielen.“ Unter den jetzt 1777 neu eingestellten Lehrkräften seien auch 137 Quereinsteiger, damit habe sich die Quereinsteigerquote halbiert. Bei den Einstellungsverfahren könne man indes keine hundertprozentige Passgenauigkeit erreichen, weil oft Fächerkombination und Schulwunsch nicht zueinander passten.

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Von Michael B. Berger

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