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Niedersachsen Schlesier-Chef kann Kritik nicht verstehen
Nachrichten Politik Niedersachsen Schlesier-Chef kann Kritik nicht verstehen
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16:47 22.06.2013
„Ich kann nicht sehen, was an meiner Rede zu beanstanden ist“: Schlesier-Chef Rudi Pawelka zeigt sich beim Deutschlandtreffen uneinsichtig.
„Ich kann nicht sehen, was an meiner Rede zu beanstanden ist“: Schlesier-Chef Rudi Pawelka zeigt sich beim Deutschlandtreffen uneinsichtig. Quelle: dpa
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Hannover

Überschattet von heftiger Kritik am Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, hat das Deutschlandtreffen des Vertriebenenverbandes begonnen. Pawelka zeigte sich am Sonnabend in Hannover irritiert von Vorwürfen gegen seine Person wegen angeblicher antipolnischer Inhalte in seiner Rede. „Ich kann nicht sehen, was an meiner Rede zu beanstanden ist“, sagte er. Er habe den Textentwurf vor einigen Wochen an vier Personen geschickt, im Vertrauen darauf, dass der Inhalt geheimbleibe. Ohne Erfolg - die Rede sei „durchgesteckt“ worden, monierte er.

Nach Bekanntwerden des Inhalts am Freitag hatten sich die Ereignisse überschlagen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Landtagspräsident Bernd Busemann sagten ihre Teilnahme am Treffen kurzerhand wegen antipolnischer Inhalte im Redemanuskript ab. Zudem war der Präsident der Bundesdelegiertenversammlung-Schlesische Landesvertretung, Michael Pietsch, noch am Freitag zurückgetreten. Die Absagen hätten ihn unter Druck gesetzt, betonte Pawelka.

„Wir wollen nicht unter den Teppich kehren, dass Pistorius abgesagt hat. Der Grund: Michael Pietsch ist zurückgetreten“, erläuterte Pawelka den gut 1500 zumeist älteren Zuhörern, viele davon in Trachtenkleidung. Der Vorsitzende zeigte sich erstaunt: Pietsch, der Präsident, sei gar kein operatives Organ des Verbandes.

Abseits der Führungskrise ging es Pawelka in seiner Rede vor allem um die kulturelle Identität und das kulturelle Erbe Schlesiens. Wiederholt sprach er vom „Willen der Versöhnung“ und hob die wichtige Rolle der Schlesier für die Bewahrung kultureller Zeugnisse, etwa bei der Restaurierung von Kirchen, hervor.

Obwohl die wirklich brisanten Themen rund um Vertreibung, Revanchismus und Grenzverläufe erst am Sonntag angesprochen werden dürften, dem zweiten Tag des Treffens in Hannover, schimmerte auch am Samstag in der vierzigminütigen Rede immer wieder durch, woran sich die Führungskrise entzündet haben könnte: Sätze wie „es sei eine Lüge, Schlesien als wiedergewonnene [polnische] Gebiete zu bezeichnen“ oder „US-Präsident [George W.] Bush nannte einmal die Vertreibung der Deutschen die größte kulturelle Ausrottung der Weltgeschichte“ dürften den moderateren Pietsch zu seinem Rücktritt veranlasst haben.

dpa

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