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Niedersachsen "Wurzel des Übels ist der Werkvertrag"
Nachrichten Politik Niedersachsen "Wurzel des Übels ist der Werkvertrag"
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19:22 11.03.2016
Von Heiko Randermann
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Quelle: Sebastian Kahnert
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Hannover

Kurz vor der Premiere des Films am Montag (ZDF, 20.15 Uhr) lud Meyer deshalb Bestseller-Autor Wolfgang Schorlau, nach dessen Buch der Film entstanden ist, zu einer Lesung und Diskussion in sein Ministerium. Dabei bescheinigten Kirchen- und Gewerkschaftsvertreter dem Minister, dass trotz aller Bemühungen der rot-grünen Landesregierung der Erfolg überschaubar ist.

„Es hat sich leider nichts Wesentliches geändert“, sagt der örtliche Prälat Peter Kossen, der mit Predigten gegen die Missstände Aufsehen erregt hatte. Immer noch würden Werkvertragsmitarbeiter in Bruchbuden zu horrenden Preisen einquartiert. Der Mindestlohn habe in den Fabriken keine Verbesserung erbracht, sondern werde mit Tricks umgangen. „Der Hintergrund der Geschichte ist Realität“, sagt auch Gewerkschafter Matthias Brümmer über Schorlaus Roman. Die Wurzel des Übels sei der Werkvertrag: Es sei schlicht falsch, dass ein Arbeitsvorgang in zwanzig einzelne Schritte aufgeteilt werde und über jeden Schritt ein Werkvertrag abgeschlossen werden dürfe, so Brümmer.

„Es ist weiterhin viel zu tun“, räumt Meyer ein. Schorlau mahnt zu drastischen Änderungen: „Die Fleischindustrie beschädigt das Bild Niedersachsens in Deutschland.“ Die Recherche für den Thriller sei „das Widerwärtigste, was mir je begegnet ist“, sagt der Autor.

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