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Niedersachsen SPD-Vorsitz: Signal aus Bremen für Weil
Nachrichten Politik Niedersachsen SPD-Vorsitz: Signal aus Bremen für Weil
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21:41 15.07.2019
Ein Kandidat fürs Willy-Brandt-Haus in Berlin? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Hannover

Zum neuen Bremer Senatspräsidenten ist der gebürtige Niedersachse Andreas Bovenschulte zwar noch nicht gewählt. Das soll Mitte August geschehen. Doch der designierte Bürgermeister hat bereits einen Wunschkandidaten für den seit Anfang Juni vakanten Sitz des SPD-Bundesvorsitzenden. Stephan Weil ist sein Favorit. „Er ist ein erfolgreicher Ministerpräsident und wäre zweifellos ein geeigneter Kandidat für das Amt“, sagte Bovenschulte am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Bürgernähe und Erfahrung

Bovenschulte ist nicht der einzige, der Weil in diesen Tagen eine Kandidatur nahelegt, wo sich bislang lediglich Politiker aus der zweiten Reihe als mögliche Vorsitzende anbieten, zuletzt der Kölner Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der ist nicht nur wegen seiner vehementen Warnungen vor Grillfleisch bundesweit bekannt. Bovenschulte warb für Weil wegen dessen Bürgernähe und Erfahrung. „Wir brauchen jemanden, die oder der den Menschen mit klaren Worten vermitteln kann, was und warum und für wen wir Politik machen. Neben einer klaren programmatischen Aufstellung ist das das Entscheidende, um die Leute wieder für die SPD zu gewinnen.“

Dass der gebürtige Hamburger Weil, der Niedersachsen seit 2013 regiert, bei der Bevölkerung beliebt ist, belegt eine aktuelle Umfrage für das RTL/N-TV-Trendbarometer. Hier schneidet zwar Winfried Kretschmann mit 73 Prozent Zustimmung seiner Baden-Württemberger als beliebtester Landesfürst ab, doch Weil folgt nach dem Kieler Daniel Günther (66 Prozent) mit 60 Prozent Zustimmung auf dem dritten Platz, neben dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher. Aber will er in der SPD auf den vordersten Platz? Oder protegiert er einen anderen, etwa SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil?

Vielleicht weiß er selbst nicht, was er will

Vielleicht weiß Weil selbst noch nicht, was er will, sondern hat diese Frage mit in seinen Urlaub genommen, den er zum Wandern in den Bergen nutzt. Auch andere interne Fürsprecher wie etwa Altkanzler Gerhard Schröder halten sich mit öffentlichen Ratschlägen zurück. Irritiert betrachtet nur der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, dass keiner aus der ersten Reihe sich derzeit traut: „Alle wollen, dass die SPD regiert, aber keiner will die SPD regieren.“ Für Alphatier Gabriel ist dass ein Jammer.

Über diese Kandidaten wird gesprochen

Ankündigung per E-Mail: Das Kandidatenduo Nina Scheer und Karl Lauterbach

Die unbekannten Außenseiter: Hans Wallow und Partei-Neuling Björn Kamlah

Das gemischte Doppel: Gesine Schwan und Kevin Kühnert

Die Frühstarter: Michael Roth und Christina Kampmann

Und was hat Boris Pistorius vor?

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