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Niedersachsen Stephan Weil und Lars Klingbeil verzichten auf SPD-Kandidatur
Nachrichten Politik Niedersachsen Stephan Weil und Lars Klingbeil verzichten auf SPD-Kandidatur
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15:35 20.08.2019
Ministerpräsident Stephan Weil (r) und Generalsekretär Lars Klingbeil wollen nicht für das Amt des SPD-Bundesvorsitzenden kandidieren. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Sie wurden beide hoch gehandelt – doch nun sagen sowohl Lars Klingbeil als auch Stephan Weil ab: Keiner der beiden Niedersachsen will für den SPD-Bundesvorsitz kandidieren. Generalsekretär Klingbeil sagte am Dienstag offiziell seine mögliche Teilnahme am Auswahlverfahren ab. Und nach HAZ-Informationen hat sich auch Ministerpräsident Weil endgültig aus dem Rennen um die Parteispitze verabschiedet.

Demnach dürfte Innenminister Boris Pistorius, der im Duo mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping antreten will, der einzige niedersächsische Kandidat bleiben.

Klingbeil hat keine Partnerin gefunden

Der aus Munster im Heidekreis stammende Klingbeil gab seinen Verzicht in einem über Twitter verbreiteten Video bekannt. „Ich selbst habe mich entschieden, dass ich nicht zu denen gehören werde, die auf der Bühne stehen und sich um den Parteivorsitz bewerben“, sagte der 41-Jährige. Er brenne für die SPD und übernehme sehr gerne Verantwortung. Aber er habe keine Partnerin gefunden, mit der es zu 100 Prozent gepasst habe.

Auch Weil, der sich eine Kandidatur lange offen gehalten hatte, wird nicht antreten. Das verlautete aus Parteikreisen. Eine offizielle Erklärung dazu will der SPD-Landeschef dem Vernehmen nach aber erst am Sonnabend bei einem Treffen des SPD-Landesvorstandes abgeben. Es ist zu erwarten, dass der Vorstand dann auch Rückendeckung für die Bewerbung des Duos Pistorius/Köpping geben wird.

SPD-Bezirke unterstützen Kandidat Pistorius

Wie es hieß, haben sich inzwischen alle vier niedersächsischen SPD-Landesbezirke für Pistorius und Köpping ausgesprochen, die ihre Kandidatur-Pläne am vergangenen Freitag bekanntgeben hatten. „Es gibt nur einzelne, die das anders sehen“, hieß es aus der Landes-SPD.

Der Innenminister hat bereits angekündigt, dass er im Falle einer Wahl zum SPD-Chef sein Amt im Landeskabinett aufgeben werde. Der niedersächsische SPD-Landesverband hat rund 56.000 Mitglieder und ist damit nach Nordrhein-Westfalen und Bayern der drittgrößte bundesweit. 

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Bislang haben mehrere Duos und drei Einzelbewerber ihre Kandidaturen angekündigt. Darunter ist auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Er will zusammen mit der brandenburgischen Landtagsabgeordneten Klara Geywitz antreten, wie beide am Dienstag erklärten.

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