Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Politiker fahren in die Asse-Grube
Nachrichten Politik Niedersachsen Politiker fahren in die Asse-Grube
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:56 25.06.2009
Von Michael B. Berger
Die Untersuchungen im ehemaligen Bergwerk in der Asse, das früher als Atommülllager genutzt wurde, beginnen.
Die Untersuchungen im ehemaligen Bergwerk in der Asse, das früher als Atommülllager genutzt wurde, beginnen. Quelle: Nigel Treblin/ddp
Anzeige

Demonstrantinnen in gelben, faßförmigen Gewändern begrüßten am Donnerstag die dreizehn Landtagsabgeordnete, die zum Asse-Untersuchungsausschuss gehören. Als Atomfässer hatten sich die 50 Bürger verkleidet, die vor der ehemaligen Salzbergwerksgrube Asse standen, in der mittlerweile 126 000 Fässer schwachradioaktiven Mülls lagern.

usschussvorsitzender Jens Nacke (CDU) nahm von ihnen ein großes, gelbes A in Empfang – Symbol des örtlichen Bürgerprotestes gegen die Atommüllkippe. Obwohl die meisten Abgeordneten die Asse bereits von früheren Besuchen kannten, nahm der Untersuchungsasusschuss mit der Grubenfahrt jetzt seine Arbeit auf.

Doch kaum war der Ausschuss aus dem verwinkelten Reich der Atomfässer wieder nach oben zurückgekehrt, gab es am Nachmittag zwischen den Regierunsfraktionen und den Oppositionsvertretern zähe Diskussionen über den Fortgang der Ausschuss-Arbeit. SPD, Grüne und die Linke hätten zuerst die Frage klären wollen, welches Inventar denn unten lagere – und wollten dazu unter anderem Bundesforschungsministerin Annette Schavan befragen, den Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander sowie den ehemaligen Leiter der Schachtanlage Günter Kappei.

Doch da zog die Mehrheit von CDU und FDP nicht mit.Stattdessen sollen bei der ersten Sitzung am 6, August mehrere „Zeitzeugen“ vom Oberbergamt in Clausthal-Zellerfeld befragt werden. „Wir wollen erst einmal klären, warum in den sechziger Jahren überhaupt die Asse ausgewählt wurde und auf welcher rechtlichen Basis“, betont Karl-Hinrich Langsprecht, Obmann der CDU im Asse-Ausschuss. „Das sind doch Zeugen aus der Eiszeit“, meinte dazu Detlef Tanke (SPD) nach der Sitzung, und auch der Grüne Stefan Wenzel hätte lieber mit dem letzten Betriebsleiter der Asse begonnen. „Ich hoffe, dass wir uns in späteren Sitzungen auf Kompromisse einigen können.“