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Niedersachsen Poetry Slam im Landtag: Das wünscht sich die Jugend von Politik
Nachrichten Politik Niedersachsen Poetry Slam im Landtag: Das wünscht sich die Jugend von Politik
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00:19 02.05.2019
Ninia LaGrande (Mitte) moderiert den Poetry Slam mit Finn Holitzka (von links), Rebecca Heims, Benjamin Poliak, Marcel Schneuer und Aylin Celik. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Spätestens seit Greta Thunberg europäische Jugendliche zu Zigtausenden mobilisiert, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen, ist klar: Das Bild der politikverdrossenen Jugend, die nur am Smartphone hängt und sich nicht engagiert, passt so nicht mehr. Solche jungen Menschen, denen Politik und Demokratie eben nicht egal sind, hat Landtagspräsidentin Gabriele Andretta am Montag zum zweiten Poetry Slam im Landtag eingeladen.

Texte zum Motto „Stark in die Zukunft!“ trugen fünf der erfolgreichsten deutschen Poetry Slammer unter 25 vor: Rebecca Heims, Aylin Celik, Benjamin Poliak, Marcel Schneuer und Finn Holitzka stellten sich in mehreren Runden dem Votum der 190 Zuschauer. Obwohl ein Poetry Slam naturgemäß ein Wettstreit ist, stand das Gewinnen eher an zweiter Stelle. Wichtiger war es den Nachwuchspoeten, ihre Botschaft rüberzubringen. Heims adressierte ihren Vortrag über die unterschiedliche Wahrnehmung von physischen und psychischen Erkrankungen an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Wieso reicht es nicht, dass ich mich Hilfe suchend an Sie wende?“, fragte die 22-Jährige.

Diskriminierung und Privilegien

Celik sprach über Diskriminierung, die sie selbst erfahren hat. „Viele kommen zu mir und loben, wie gut ich die deutsche Sprache beherrsche“, sagte die 22-Jährige, die in Salzgitter aufgewachsen ist. Freiheiten und Privilegien in Deutschland thematisierte der jüngste Teilnehmer und spätere Gewinner, der 19-jährige Poliak – durchaus mit einigen Pointen: „Wollen wir weniger Überwachung und mehr Terroranschläge oder mehr Überwachung und weniger Terroranschläge? Oder wollen wir Maoam?“ Auch Holitzka stichelte: „So viele Menschen unter 65 und Frauen hier – das könnte ruhig öfter so sein im Landtag.“

Landtagspräsidentin Andretta lobte die Dichter: „So kunstvoll wird hier selten gestritten.“ Ihre große Hoffnung sei es, dass junge Europäer dieses Engagement auch bei der Europawahl am 26. Mai zeigen. Und auch die hannoversche Slampoetin und Autorin Ninia LaGrande, die den Abend moderierte, sagte: „Da soll noch mal einer sagen, dass diese Generation unpolitisch ist. Der war heute nicht dabei.“

Der 23-jährige Schneuer sprach schließlich über Filterblasen und dass das Engagement bei Poetry Slams eigentlich viel zu einfach sei, „weil niemand widerspricht“. Nun, das änderte sich auch an diesem Abend nicht.

Das waren die Beiträge in der zweiten Runde:

Benjamin Poliak

Marcel Schneuer

Rebecca Heims

Aylin Celik

Finn Holitzka

Von Johanna Stein

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