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Niedersachsen Impfstoffknappheit: Niedersachsen sieht bis Jahresende keine Probleme
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Niedersachsens Sozialministerin Behrens: Bis Jahresende genug Impfstoff

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11:38 15.12.2021
Warnt vor Panik: Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens.
Warnt vor Panik: Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens. Quelle: Demy Becker/dpa (Archiv)
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Hannover

Trotz des von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verkündeten Impfstoffmangels kann zumindest in Niedersachsen bis zum Ende dieses Jahres die Impfkampagne uneingeschränkt weitergehen. Das betonte Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Mittwoch zu Beginn der Sitzung im niedersächsischen Landtag. Sie verwies darauf, dass das Bundesgesundheitsministerium den Bundesländern in dieser Woche ein Sonderkontingent des Impfstoffs von Biontech mit einer Gesamtvolumen von rund drei Millionen Dosen zur Verfügung stelle, von dem Niedersachsen rund 300.000 Dosen bekomme. „Bis Ende des Jahres haben wir keine Einschränkungen zu erwarten“, sagte Behrens: „Wir werden unser Ziel von 2,8 Millionen Boosterimpfungen erreichen.“

Auffrischungsimpfungen laufen auf Hochtouren

Behrens berichtete, dass die Auffrischungsimpfungen derzeit auf Hochtouren liefen. So seien mittlerweile 2,1 Millionen Niedersachsen zum dritten Mal geimpft. Täglich erhielten 90.000 Menschen in den Praxen und 40.000 bei Impfteams eine Auffrischungsimpfung. Wie sich der von Bundesgesundheitsminister Lauterbach nach einer Prüfung festgestellte Mangel in Niedersachsen auswirke, sei noch unklar, sagte Behrens.

Die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz beschwerte sich darüber, dass die Landesregierung erst am heutigen Mittwoch über die möglichen Folgen der Impfstoffknappheit berichte, während die Gesundheitsministerinnenkonferenz bereits gestern darüber informiert worden sei. Sie wies darauf hin, dass in anderen Ländern Geboosterte erst nach 15 Tagen nach der Impfung von der 2-G-Plus-Regel befreit seien, in Niedersachsen hingegen bereits am ersten Tag. Das sei hinsichtlich der Ansteckungsgefahr unlogisch und müsse revidiert werden.

Birkner: Das ist ein Skandal

FDP-Chef Stefan Birkner nannte es einen „Skandal“, dass trotz vorheriger Versicherungen der alten Bundesregierung jetzt Impfstoff fehle. „Ministerin Behrens müsste sagen, was in Niedersachsen jetzt geschieht“, forderte der der liberale Politiker. Auch der Rat der Gesundheitsminister, erst nach 15 Tagen die Geboosterten von der Testpflicht zu befreien, müsste diskutiert werden. „Was heißt das für die Logik in Niedersachsen? Aber vielleicht teilt uns das Regierungssprecherin Pörksen in ihrer nächsten Pressekonferenz mit“, sagte Birkner mit Blick auf die Kommunikation der Staatskanzlei von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Der SPD-Sozialexperte Uwe Schwarz meinte, die neuesten Nachrichten seien „Wasser auf die Mühlen der Corona-Gegner“. Ihn mache fassungslos, dass nicht genug Impfstoff bestellt worden sei. Von den fraktionslosen, ehemaligen AfD-Abgeordneten meldeten sich daraufhin einige zu Wort. Der Abgeordnete Jens Ahrends sagte, all dies zeige, dass Impfen nichts bringe. Sinnvoller sei es, die Testpflicht konsequent durchzuziehen.

Von Michael B. Berger