Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsens Rentner sind eher arm
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsens Rentner sind eher arm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 22.04.2009
Von Reinhard Urschel
Alt und arm: Rentner in Niedersachsen. Quelle: Frank Radel
Anzeige

Nach Abzug der lebensnotwendigen Ausgaben haben die über 70-Jährigen durchschnittlich 962 Euro (Niedersachsen) und in Bremen gar nur 658 Euro zur freien Verfügung. Damit belegen die beiden Bundesländer die letzten Plätze im Bundesvergleich.

Die Zahlen stammen aus einer Erhebung, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) im Auftrag des Finanzdienstleisters AWD in Hannover erhoben hat. Sie ist am Dienstag in Berlin von dem früheren Sprecher der Wirtschaftsweisen und heutigen AWD-Chefökonomen Bert Rürup vorgestellt worden. Die Forscher haben vom Nettoeinkommen die monatlichen Ausgaben für Miete, Energie und Mobilität sowie für lebensnotwendige Dinge wie Kleidung oder Körperpflege abgezogen, und somit ein „Netto vom Netto“ errechnet. Die von den Wirtschaftsforschern ermittelten Zahlen liegen durchweg über den Werten des Statistischen Bundesamtes für den sogenannten Armutsbericht.

Anzeige

Durchschnittlich hätten die deutschen Haushalte vor Steuern, Abgaben und den lebensnotwendigen Ausgaben monatlich 3471 Euro zur Verfügung, heißt es in der Studie. Nach Steuern und Abgaben seien es noch 2706 Euro, abzüglich aller anderen unvermeidbaren Ausgaben noch rund 1345 Euro monatlich. Ob von dem Geld eine Person oder mehrere Personen leben müssen, bleibt dabei unberücksichtigt.

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bietet Niedersachsen auch für die Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen ein eher kärgliches Leben. Hier bleibt den Haushalten lediglich 1216 Euro vom Nettoeinkommen. Das ist der schlechteste Wert. Im Bundesdurchschnitt haben die Menschen in dieser Altersgruppe 189 Euro mehr zur Verfügung. Den Alleinerziehenden bleibt in Niedersachsen und Bremen nur ein Drittel des Nettoeinkommens. Kinderlose Paare behalten dazu im Vergleich mehr als die Hälfte des Netto-Einkommens zur freien Verfügung.

Die Studie bestätigt auch die bereits bekannten Gefälle zwischen West und Ost sowie Süd und Nord: Den bayerischen Haushalten bleibt durchschnittlich 1631 Euro, Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 869 Euro das Schlusslicht im Vergleich der Bundesländer.

Karl Doeleke 21.04.2009
Klaus Wallbaum 21.04.2009