Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsen hat bundesweit den stärksten Geburtenrückgang
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen hat bundesweit den stärksten Geburtenrückgang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:48 21.12.2011
Von Klaus Wallbaum
Anzeige
Hannover

„Der Alterungsprozess schreitet eben viel stärker voran als in anderen Bundesländern“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Landesbetriebs für Statistik, Christoph Lahmann. 2010 wurden 63.130 Babys in Niedersachsen geboren. Das sind zwar 900 mehr als im Jahr zuvor, aber 3800 weniger als im Jahr 2005. Der demografische Wandel macht sich damit in Niedersachsen stärker bemerkbar als in anderen Bundesländern. Im Fünfjahresvergleich ist der Rückgang in keinem anderen Land stärker; das Saarland hat mit minus 5,6 Prozent den zweitschlechtesten Wert. Die ostdeutschen Länder, die nach der Wiedervereinigung einen drastischen Rückgang hatten, erholen sich wieder – und die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin zeichnen sich durch große Zuwächse aus. Berlin verzeichnet sogar ein Plus von 15,2 Prozent.

Nach Angaben des Statistikexperten Prof. Lothar Eichhorn haben sich in Niedersachsen die regionalen Unterschiede etwas angeglichen. Galt bisher der Westen als besonders geburtenstark, also die Kreise Vechta, Cloppenburg und Emsland, so nähmen auch hier jetzt die Probleme zu. Für Süd- und Ostniedersachsen wird dieser Trend schon länger beobachtet. Die Zuzüge von ausländischen Fachkräften, die einem Bevölkerungsrückgang entgegenwirken könnten, haben sich nicht wesentlich erhöht.

Nicht nur der Geburtenrückgang dürfte sich mittelfristig zum großen Problem entwickeln, sondern auch die Überalterung. Dies drückt sich in der wachsenden Zahl der Menschen aus, die eine ständige Betreuung benötigen. 2005 gab es noch rund 228.000 Pflegebedürftige in Niedersachsen, Ende 2009 stieg die Zahl auf 256.085. Das bedeutet einen Anstieg um 12,4 Prozent, deutlich über dem Bundesdurchschnitt von plus 9,9 Prozent.

Der Landesbetrieb hat die Stärken und Schwächen in vielen Politikbereichen herausgearbeitet. Dazu gehört der vorletzte Platz im Angebot an Krippenplätzen: Vor allem in Ostfriesland, Delmenhorst, Wilhelmshaven und Emden hinkt deutlich hinter dem Ziel von 33 Prozent her, landesweit sind es derzeit 18,6 Prozent. Allerdings: Kein anderes Bundesland verzeichnet in jüngster Zeit einen so großen Zuwachs wie Niedersachsen. Und noch an anderer Stelle ist das Land fortschrittlich: 23,5 Prozent der in Niedersachsen verbrauchten Energie wird aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse gespeist – im Bundesvergleich sind es lediglich 14,6 Prozent.