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Niedersachsen Schulen erhalten halbe Milliarde Euro für digitales Lernen
Nachrichten Politik Niedersachsen Schulen erhalten halbe Milliarde Euro für digitales Lernen
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18:10 30.04.2019
Schüler einer 7. Klasse lernen mit iPads im Matheunterricht an der Oberschule Gehrden in der Region Hannover. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Niedersachsens Schulen sollen besser auf das Zeitalter der Digitalisierung vorbereitet werden. Bund und Land stellen dafür in den kommenden fünf Jahren mehr als eine halbe Milliarden Euro zur Verfügung. Die rot-schwarze Landesregierung will den „Digitalpakt Schule“ nach Angaben von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zügig umsetzen. „Die Förderanträge können ab August 2019 gestellt werden“, sagte Tonne am Dienstag in Hannover. „Ich gehe davon aus, dass wir die Gelder in 2020 auszahlen können.“

Der Bund stellt für Niedersachsen insgesamt 470 Millionen Euro zur Verfügung, das Land stockt die Förderung um 52 Millionen Euro aus dem Digitalisierungsfonds auf. 90 Prozent der Summe gehen direkt an die Schulen, 10 Prozent sind für landesweite oder länderübergreifende Projekte geplant. Jede der rund 3000 Schulen im Land soll einen „Sockelbetrag“ von 30.000 Euro erhalten, wenn sie mehr als 60 Schüler hat. Bei kleineren Schulen fällt dieser „Sockelbetrag“ entsprechend geringer aus.

Den weitaus größten Teil der Fördermillionen, den so genannten Kopfbetrag, können die Schulträger in eigener Verantwortung unter den Schulen in ihrem Bereich verteilen. Der „Kopfbetrag“ bemisst sich nach den jeweiligen Schülerzahlen und liegt umgerechnet bei 430 Euro pro Schüler. Die Schulträger haben ab August drei Jahre Zeit, die Fördergelder zu beantragen. Im Interesse von Schulen und Schulträgern sei gewährleistet, dass das Antragsverfahren schlank gehalten werde und die Mittel schnell fließen könnten, betonte Tonne.

Nach Angaben des Ministers können die Schulen das Geld unter anderem für den WLAN-Ausbau, digitale Lernplattformen, Anzeigegeräte in Klassenräumen wie zum Beispiel interaktive Tafeln, aber auch digitale Arbeitsplätze nutzen. Die Anschaffung von mobilen Endgeräten wie Tablets sei möglich, aber nicht Ziel des Programms. Durch die Digitalisierung werde kein Lehrer weg rationalisiert, betonte Tonne. Die digitalen Lernformen seien kein Ersatz, sondern eine Ergänzung der bewährten Lernformen. „Die Schüler werden auch in Zukunft schreiben.“ Kein digitales Lernwerkzeug anzubieten, wäre realitätsfern und würde die Schülerinnen und Schüler auch nicht optimal für das Berufsleben vorbereiten, erklärte Tonne. „Ich werbe dafür, sich nicht von Angst und Bedenken leiten zu lassen.“

Die Schulen müssen die Fördergelder nicht nur beantragen, sondern auch ein technisches Konzept für die Ausstattung vorlegen. Medienentwicklungspläne und Medienbildungskonzepte seien integraler Bestandteil des Förderprogramms, erklärte Tonne. Den Schulen stünden dafür landesweit rund 80 medienpädagogische Berater zur Verfügung. Der Minister räumte ein, dass manche Schulen im Lande noch immer keinen richtigen Glasfaseranschluss hätten, sagte aber: „Wir müssen die Prozesse parallel laufen lassen.“

Der Niedersächsischen Städtetag zeigte sich erfreut darüber, dass das Land auf einen zehnprozentigen Eigenanteil der Kommunen bei der Förderung der Maßnahmen verzichten will. „Für dieses Engagement gebührt dem Land unser kommunaler Dank“, sagte Städtetags-Präsident Ulrich Mädge. Eine weitere große Herausforderung sei jetzt die Ausstattung der 80.000 Lehrer mit Tablets, sagte Mädge.

Kritik kam von der Landtags-Opposition. „Wir vermissen klare Aussagen zu Inhalt und Zeitplan einer Bildungscloud, wir vermissen klare Aussagen zur Medienbildung von Schülern und zur Fortbildung von Lehrkräften“, sagte der FDP-Schulpolitiker Björn Försteling. Ein bisschen WLAN und interaktive Tafeln machten keine Digitalisierung. „Der Minister sollte den Digitalisierungsprozess lieber mit Inhalten füllen, als sich darauf zu beschränken, mit der Gießkanne über das Land zu ziehen“, rügte Grünen-Fraktionschefin Anja Piel.

Die Lehrergewerkschaft GEW forderte ein umfassendes Konzept zur Lehrkräfteschulung. „Die Pädagogik in den jeweiligen Klassen und Schulformen müsse dabei der Ausgangspunkt aller Überlegungen sein – nicht die Interessen der Elektronik-Industrie“, sagte GEW-Landeschefin Laura Pooth. Es bringe nichts, wenn nur die Technik zur Verfügung stehe, am Ende sei die Anwendung im Klassenraum entscheidend, erklärte der Philologenverband.

Von Marco Seng

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