Nach Kindesmissbrauch in Lügde: Neue Festnahme in Northeim
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Niedersachsen Nach Missbrauch in Lügde: Neue Festnahme in Northeim
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15:27 06.03.2020
Auf dem Campingplatz in Lügde hatte es einen massenhaften Missbrauch von Kindern gegeben. Quelle: Guido Kirchner/dpa
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Göttingen/Northeim

Die Ermittlungen zum aufsehenerregenden Missbrauchsfall von Lügde haben jetzt auch zu einer Festnahme in Südniedersachsen geführt. Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitag auf Anfrage bestätigte, hat die Polizei in dieser Woche einen 48-jährigen Mann aus dem Landkreis Northeim festgenommen. Das Amtsgericht Einbeck habe dann am Donnerstag auf Antrag der Strafverfolgungsbehörde einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen erlassen. Seitdem sitze der 48-Jährige, der in einem Ort im Solling gewohnt haben soll, in Untersuchungshaft.

Kein direkter Zusammenhang

Der 48-Jährige soll den Ermittlungen zufolge mit dem Haupttäter der Missbrauchsserie auf dem Campingplatz im westfälischen Lügde befreundet gewesen sein. Das Landgericht Detmold hatte den 56-jährigen Andreas V. im vergangenen September zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Andreas V. soll in seiner Behausung auf dem Campingplatz nahe der Grenze zu Niedersachsen insgesamt 32 Kinder mehr als 200-mal missbraucht haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen bestehe kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den mutmaßlichen Missbrauchstaten des 48-Jährigen und dem „Lügde-Komplex“, sagte Behördensprecher Frank-Michael Laue.

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Beweismaterial sichergestellt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Polizeiinspektion Northeim am Mittwoch die Wohnräume des Beschuldigten durchsucht. Die Beamten hätten dabei diverses Beweismaterial sichergestellt, das nun ausgewertet werde. Dabei würden die Ermittler unter anderem prüfen, ob der Beschuldigte seine Taten auf Video aufgenommen habe und ob es möglicherweise noch weitere Opfer und Taten gebe. Weitere Angaben könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden, sagte der Behördensprecher.

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Von Heidi Niemann