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Niedersachsen Mögliche Käßmann-Nachfolger stellen sich vor
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22:31 03.10.2010
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Sechs Stunden standen der 59-jährige Gern und sein 48-jähriger Konkurrent Meister den Synodalen im hannoverschen Stephansstift Rede und Antwort. Danach war nur eines klar: Das Rennen um die Käßmann-Nachfolge ist völlig offen.

Die Landessynode, das Kirchenparlament, wählt Ende November den Nachfolger für Margot Käßmann, die nach einer Alkoholfahrt ihren Posten räumte und derzeit zu theologischen Studien in Atlanta/USA weilt. Möglicherweise wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, denn sowohl der Auftritt Gerns wie auch die Vorstellung Meisters begeisterte die Synodalen, die früh am Sonnabendmorgen zu ihrer Klausur im Stephansstift zusammengekommen waren. Die Tagung begann mit einer Andacht, Thema: Wie kommt die Kirche durch stürmische Gewässer – einfach über die See gehen, wie es Jesus vormachte? „Wir schauen viel zu stark auf die Wellen“, meinte Superintendent Michael Thiel, der die Andacht hielt, und für mehr Mut und Glaubenszuversicht plädierte.

Dies brachten offenbar beide mit. Vor dem Plenum legten Gern und Meister in 25 Minuten dar, wie sie die hannoversche Landeskirche, mit drei Millionen Mitgliedern die größte bundesweit, sturmfest machen wollen für die Zukunft. Meister berichtete, welche Erfahrungen er im kirchenfernen Berlin gemacht hat, Gern berichtete von seinen Erfahrungen als Diakoniechef und Sprecher der nationalen Armutskonferenz. Dann diskutierten beide in Einzelgesprächen mit den Synodengruppen.

„Beide waren sehr gut, das war eine Veranstaltung auf hohem Niveau“, befand hinterher Jörn Suborg, Vorsitzender des Landessynodalausschusses, einer Schlüsselposition in der Landeskirche.

So sahen es auch die beiden Sprecher der Synodengruppen „Offene Kirche“ (GOK), Rolf Bade, und „Lebendige Volkskirche“ (LVK), Michael Thiel. „Der Kirchensenat hat einen wirklich guten Vorschlag gemacht“, sagt Bade. Von „guter Stimmung und guten Vorstellungen“, spricht auch Michael Thiel: „Das wird eine spannende Wahl, deren Ausgang offen ist.“ Auf Vorabstimmungen haben die Synodengruppen am Sonnabend bewusst verzichtet. Man wollte die Kandidaten erst einmal kennen lernen.

Ohnehin ist noch Zeit bis zur Bischofswahl, die Ende November stattfindet. Drei Tage sind dafür anberaumt. In den beiden ersten Wahlgängen braucht der siegreiche Kandidat eine Zweidrittelmehrheit, im dritten nur eine einfache. Zwischen den Wahlgängen müssen zwölf Stunden Bedenkzeit liegen. Jetzt ist nur eines klar: Nach Käßmann kommt ein Mann. Ob er in stürmische Gewässer gerät, ist offen.