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Niedersachsen Minister Tonne peilt 100 Prozent Unterrichtsversorgung an
Nachrichten Politik Niedersachsen Minister Tonne peilt 100 Prozent Unterrichtsversorgung an
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00:16 20.12.2017
Will mehr Lehrer einstellen und Seiteneinstieg erleichtern: Der niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).  Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will die Unterrichtsversorgung an den Schulen deutlich verbessern. Sein Ziel sei, im Schuljahr 2018/2019 mehr als 100 Prozent zu erreichen, sagte der 41-Jährige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Derzeit liegt die Unterrichtsversorgung bei 98,9 Prozent. 

Besonderer Mangel herrscht an Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen. Dieses Loch will der neue Minister durch einen „Maßnahmenmix" stopfen. Es soll mehr Neueinstellungen, aber auch attraktivere Arbeitsbedingungen für Lehrer geben. Zum 1. Februar 2018 sind rund 1200 Lehrerstellen ausgeschrieben, 100 davon aus der Reserve, also über den Bedarf hinaus. Das Land gibt für diese 1200 Stellen jährlich 100 Millionen Euro aus.

Trotz der Neueinstellungen kommt auch Tonne nicht ohne Abordnungen aus. Er wolle aber vermeiden, dass im neuen Schuljahr wieder Hunderte Gymnasialkräfte an den Grundschulen aushelfen müssen wie im laufenden Halbjahr.

Daher würden zum zweiten Schulhalbjahr rund 200 Pädagogen an Gymnasien angestellt – die Neuen müssten dann aber zunächst an Grundschulen unterrichten. Die Bewerber würden vorab über das Verfahren informiert, sagte der Minister und versicherte, dass sie nach dem Überbrückungszeitraum an ihr Gymnasium zurückkehren könnten. Gymnasien und Kooperative Gesamtschulen bräuchten durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren ab 2020 mehr Lehrkräfte.  

Tonne plant, mehr Quereinsteiger an die Schulen zu holen. „Jeder einzelne, der in die Schulen kommt, hilft uns.“ Man müsse prüfen, ob nicht auch sogenannte Ein-Fach-Lehrer eingestellt werden könnten. Auch Pensionäre sollen unbürokratischer wieder in den Job kommen. „Es kann nicht sein, dass jemand, der 40  Jahre als Lehrer gearbeitet hat, wieder seine Staatsexamen und sein Führungszeugnis einreichen muss, wenn er weitermachen will." 

Lehrer sollen sich außerdem stärker auf das Unterrichten konzentrieren können. Von Dokumentationspflichten sollen Pädagogen entlastet werden. Das Land prüft außerdem, ob die vorschulische Sprachförderung künftig von Erziehern in den Kitas übernommen werden kann. Dadurch würden rund 500 Lehrerstellen frei werden, erklärte Tonne. Natürlich müsse gewährleistet sein, dass in den Kitas genügend Personal vorhanden sei. Konflikte um die Lehrerarbeitszeit will der Minister nicht vor Gericht, sondern im Konsens lösen.  

 Vermutlich im Frühjahr soll ein neues Schulgesetz kommen. Es soll den Förderschulen in den Klassen 5 bis 10 bis zum Jahr 2028 Bestandsschutz gewähren, wenn Schulträger dies beantragen. Zudem soll die Notenpflicht für Klasse 4 festgeschrieben werden, Berichtzeugnisse dürfe es aber weiter geben. Eltern sollen künftig selbst entscheiden können, ob ihr Kind eingeschult wird, wenn es zwischen dem 30. Juni und dem 30. September sechs Jahre alt wird.

Von Saskia Döhnerund Michael B. Berger

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