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Niedersachsen Welfenschloss bekommt eine „Schatzkammer“ – kostbare Silbermöbel kehren zurück
Nachrichten Politik Niedersachsen Welfenschloss bekommt eine „Schatzkammer“ – kostbare Silbermöbel kehren zurück
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19:02 17.12.2019
Eine Sitzgruppe aus Stühlen mit echtem Silber stehen 2011 im Schloss Marienburg bei Pattensen. Die kostbaren Silbermöbel der Welfen sollen dort bald wieder zu sehen sein. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Hannover

Die Sanierung der maroden Marienburg bei Pattensen kann beginnen. Die lange geplante Stiftung Schloss Marienburg soll im Januar ihre Arbeit aufnehmen. Das zuständige Hildesheimer Regionalamt hat nach HAZ-Informationen die von Ernst August Erbprinz von Hannover beantragte Gründung der Stiftung jetzt genehmigt. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler (CDU) will das Welfenschloss durch die Sanierung zu einem Besuchermagneten machen. Unter anderem sollen die berühmten Silbermöbel des Adelshauses künftig in einer „Schatzkammer“ des Schlosses zu sehen sein. Laut Thümler haben diese Möbelstücke einen „unschätzbaren Wert“.

Ernst August Junior führt Stiftungsrat

Aufgabe der Stiftung soll es sein, die Marienburg und ihre Kunstschätze für die Nachwelt zu erhalten. Der Erbprinz wird dafür wie vereinbart Kunstgegenstände im Wert von rund sechs Millionen Euro als Kapital in die Stiftung einbringen. Ernst August Junior wird auch Vorsitzender des Stiftungsrates. Dem Gremium sollen daneben Minister Thümler, dessen Staatssekretärin Sabine Johannsen, Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) und Carl Graf von Hardenberg als Vertreter des Betreibers angehören.

„Das Welfenhaus wird erstmals seiner Verantwortung gerecht, das kulturelle Erbe der Welfen zu erhalten“, sagte Thümler der HAZ. Der Minister betonte, dass die Stiftung vor allem dem Erbprinz zu verdanken sei, für den das kulturelle Erbe des Hauses ein wichtiges Anliegen sei. „Dafür sind wir dankbar.“ Die Verhandlungen seien nicht einfach gewesen, mit dem Ergebnis seien aber alle Seiten zufrieden, betonte Thümler. „Wir sichern damit für die Menschen in diesem Land dauerhaft den Zutritt zu Marienburg.“

Schatzkammer mit Silbermöbeln soll Besucher locken

Land und Bund wollen für die Sanierung des Welfenschlosses in den kommenden Jahren rund 27,2 Millionen Euro ausgeben. Das Land hat im Haushalt 2020 zunächst nur 100.000 Euro vorgesehen. Thümler betonte aber, dass der Anteil des Bundes von 13,6 Millionen Euro sofort komplett zur Verfügung stehe. Das Konzept sehe vor, die Marienburg in fünf Abschnitten zu sanieren.

Eine der Attraktionen für Besucher soll künftig die „Schatzkammer“ mit den restaurierten Silbermöbeln der Welfen werden. Dabei handelt es sich laut Ministerium um insgesamt 15 Möbelstücke aus zwei Aufträgen. Hergestellt wurden sie Anfang des 18. Jahrhunderts in verschiedenen Augsburger Gold- und Silberschmiedewerkstätten. Die Silbermöbel, die in den Kriegswirren der vergangenen knapp 300 Jahre mehrfach in Sicherheit gebracht werden mussten (unter anderem nach Wien und London), stehen heute auf der Liste der national wertvollen Kulturgüter in Niedersachsen. Sie sind während der Sanierung der Marienburg im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig untergebracht und sollen dort im kommenden Jahr öffentlich ausgestellt werden. Zu den Plänen für die Marienburg gehört auch eine Restaurationswerkstatt für Kunstgegenstände, die öffentlich zugänglich sein soll.

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