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Niedersachsen Honé warnt Unternehmen vor hartem Brexit
Nachrichten Politik Niedersachsen Honé warnt Unternehmen vor hartem Brexit
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12:35 13.02.2019
Besuch in London: Ministerin Birgit Honé. Foto: Marco Seng Quelle: Marco Seng
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London

Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé hat vor einem harten Brexit gewarnt und die niedersächsische Wirtschaft aufgefordert, sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten. „Man muss als Ergebnis festhalten, dass man einen harten Brexit überhaupt nicht ausschließen kann“, sagte die SPD-Politikerin zum Abschluss ihrer dreitägigen London-Reise der HAZ. Großbritannien sei ein zutiefst zerrissenes Land. „Man hat es vorher vielleicht gelesen, man konnte es sich aber nicht vorstellen, wie tief die Gräben hier wirklich sind“, sagte Honé. Dass es 44 Tage vor dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union immer noch keine Entscheidung gebe, sei „sehr erschreckend“.

Honé forderte die niedersächsischen Unternehmen – vor allem den Mittelstand – auf, ihre Produktionsketten daraufhin zu untersuchen, welche Waren sie aus Großbritannien beziehen. Die Unternehmen müssten prüfen, ob es möglicherweise Alternativen dafür gebe. Durch die bei einem harten Brexit drohenden Zölle könnten sich die Produktionsketten verlängern, betonte die Ministerin. „Wenn es da zu Verzögerungen kommt, dann kostet das die Unternehmen bares Geld.“

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Honé warnte davor, dass vor allem die Autoindustrie und die Landwirtschaft in Niedersachsen von einem harten Brexit betroffen sein könnten. In beiden Branchen gebe es große Warenströme zwischen Großbritannien und Niedersachsen. „Das sind die Bereiche, wo man sich mit dem harten Brexit am intensivsten beschäftigen muss.“

Die SPD-Politikerin hofft, dass trotz des bevorstehenden britischen Austritts aus der EU die traditionell guten Beziehungen zwischen Niedersachsen und dem Vereinigten Königreich bestehen bleiben. „Die Briten haben gesagt, sie möchten gerne, dass die guten Kontakte weiter bestehen und möglichst auch weiter ausgebaut werden“, erklärte Honé. „Das ist ein Wunsch, den ich nur unterstützen kann.“ Die Ministerin nannte einen verstärkten Schüleraustausch und neue Städtepartnerschaften als mögliche Maßnahmen. Die Hafenstadt Dover sei daran interessiert. Der niedersächsische Landtag bemüht sich derzeit um eine Partnerschaft mit dem schottischen Parlament in Edinburgh.

Von Marco Seng

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