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Niedersachsen Landesregierung stellt „Qualifizierungsoffensive“ vor
Nachrichten Politik Niedersachsen Landesregierung stellt „Qualifizierungsoffensive“ vor
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15:01 26.05.2009
Ministerpräsident Christian Wulff während der Vorstellung der „Qualifizierungsoffensive Niedersachsen“ in Hannover.
Ministerpräsident Christian Wulff während der Vorstellung der „Qualifizierungsoffensive Niedersachsen“ in Hannover. Quelle: Holger Hollemann lni
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Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte, es müssten heute die Weichen für morgen gestellt werden. Die „Qualifizierungsoffensive“, die langfristig wirken soll, enthält einen Katalog mit vielen unterschiedlichen Maßnahmen.

So will das Land Schüler verstärkt für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern. Die Studienanfängerquote soll von derzeit 31 auf 40 Prozent eines Jahrgangs gesteigert werden. Junge Beschäftigte wie etwa Handwerksmeister, die kein Abitur haben, sollen leichter als bisher studieren dürfen. Dazu muss das Hochschulgesetz geändert werden. Zudem werden Unternehmen aufgefordert, stärker Angebote zur Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. Zusätzliches Geld vom Land für das Konzept gibt es laut Rösler nicht, vorhandene Mittel sollen aber besser miteinander vernetzt werden.

Kritik der Gewerkschaften an dem Konzept wiesen Regierung und Wirtschaft zurück. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte unter anderem darauf gedrängt, dass die Unternehmen ihre Auszubildenden übernehmen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden sollten. Da die Forderungen der Gewerkschaften nicht aufgenommen wurden, hatten diese das Papier nicht unterzeichnet. Das Konzept gehe an den Kernpunkten vorbei, es werde wenig bewirken.

Wulff sagte dagegen, einem „Zwang“, etwa alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen, habe die Wirtschaft nicht entsprechen können. Der Regierungschef verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage. Er bedauere es, dass die Gewerkschaften aus der „Qualifizierungsoffensive“ ausgestiegen seien. Rösler verglich die Gewerkschaften mit einem Fußballspieler, der sich ins Abseits stelle und seine Mitspieler beschimpfe. Landesregierung und Arbeitgeber seien den Gewerkschaften sehr weit entgegengekommen.

Der Präsident der Unternehmerverbände Niedersachsen, Werner Michael Bahlsen, warf den Gewerkschaften eine „Verdrehung der Tatsachen“ vor. Sie hätten kurz vor der Fertigstellung des Konzepts weitergehende Forderungen gestellt, welche nicht zu erfüllen seien. Er hoffe aber, dass der DGB bei der Umsetzung des Konzepts mitwirken werde.

lni