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Niedersachsen Kommentar zur Kita-Krise: Wer Plätze will, muss auch Geld geben
Nachrichten Politik Niedersachsen Kommentar zur Kita-Krise: Wer Plätze will, muss auch Geld geben
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07:32 23.12.2019
Der Fluch der guten Tat: Niedersachsen Kommunen kommen mit dem Bau neuer Kindertagesstätten nicht hinterher. Quelle: Monika Skolimowska/dpa

Niedersachsens Kommunen spüren derzeit den Fluch der guten Tat. Sie müssen immer neue Kindertagesstätten errichten und Krippen bauen. Denn die Nachfrage nach Plätzen ist ungebrochen – eine Folge des großkoalitionären Beschlusses, keine Gebühren mehr für Kindertagesstätten zu erheben. Hinzu kommt, dass auch Flüchtlingskinder (etwa 7,5 Prozent aller Kita-Kinder im Landesschnitt, in einigen Großstädten deutlich mehr) einen Kita-Platz beanspruchen. Auch dies ist politisch gewollt und im Sinne der Integration gut so. 

Doch die Kommunen stellt diese Kita-Konjunktur vor ungeahnte Herausforderungen in organisatorischer wie auch in finanzieller Hinsicht. Das Land kommt den Gemeinden ein wenig entgegen, indem es in diesem Jahr noch einmal 30 Millionen Euro „nachgeschossen“ hat, ein freiwilliger, aber notwendiger Akt. Doch diese Finanzspritze wird nicht reichen. Und da das Land den Kita-Boom mitverursacht hat, ist es auch moralisch in der Pflicht, noch einmal nachzubessern. 

Noch mehr Einfallsreichtum ist bei der Frage geboten, wie man dem größer werdenden Mangel an Erzieherinnen und Erziehern Paroli bieten kann. Eine Möglichkeit bestünde in einer Verkürzung der vierjährigen Ausbildungszeit – etwa indem man duale Ausbildungsmöglichkeiten schafft. Dies hätte den Vorteil, dass man den Erzieherberuf schon während der Ausbildung attraktiver macht (weil die Erzieherinnen ein Gehalt bekommen würden) und dass man zugleich neue Arbeitskräfte gewinnen würde. Entsprechende Vorschläge sind dem Kultusministerium vorgetragen worden. So oder so: Die Politik ist in der Pflicht, sich etwas Gescheites für die selbst gemachte Kita-Krise auszudenken.

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