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Niedersachsen Bei allen Neubauten: Grüne wollen Solardach zur Pflicht machen
Nachrichten Politik Niedersachsen Bei allen Neubauten: Grüne wollen Solardach zur Pflicht machen
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20:41 22.07.2019
Ein Arbeiter installiert auf einem Dach eine Solaranlage: Niedersachsens Grüne wollen das bei Neubauten zur Pflicht machen. Quelle: Rolf Haid/dpa
Hannover

Die niedersächsischen Grünen wollen den Ausbau der Solarenergie energisch vorantreiben – mit einer „Solarpflicht“ für Neubauten. Durch eine Änderung der niedersächsischen Bauordnung sollten auch private Häuslebauer verpflichtet werden, entweder Photovoltaik oder Solarthermie auf das Dach zu setzen, fordert die energiepolitische Sprecherin Imke Byl. Der Grünen-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay, unterstützt den Vorschlag, der in den anderen Parteien aber auf Ablehnung stößt.

„Es sind auch Pachtmodelle möglich“

Solarenergie auf Dächern zu erzeugen, habe unschlagbare Vorteile, argumentiert die Grüne Byl. Es entstehe kein zusätzlicher Flächenverbrauch, die Energie könne dezentral und verbrauchernah erzeugt werden. Eine Solarpflicht habe die Universitätsstadt Tübingen bereits vor einem Jahr eingeführt. Man sollte bei dieser Pflicht auch Pachtmodelle ermöglichen – für diejenigen, die den Aufwand zum Bau einer solchen Anlage scheuten, sagt Byl.

„Schon heute kann man sich von Unternehmen wie Enercity eine solche Anlage aufs Dach setzen lassen und dann den Strom beziehen“, sagt die Grünen-Abgeordnete. Oberbürgermeister-Kandidat Onay sagt, die Stromerzeugung aus Photovoltaik decke heute lediglich 1 Prozent des hannoverschen Stromverbrauchs ab: „Da ist noch viel mehr möglich.“

Klimagesetz für Niedersachsen kommt im Herbst

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) findet das Ziel richtig, den Anteil der Solarenergie bei der Stromproduktion zu stärken, den vorgeschlagenen Weg aber falsch. „Das ist ein Eingriff in die Eigentümerrechte, den ich nicht befürworte.“ Stattdessen sollte man, wie die Grünen ebenfalls vorschlagen, bürokratische Hürden abbauen, die Eigentümer bisher davor zurückschrecken ließen, ihr Dach mit Solarenergie auszustatten. „Es ist so lukrativ, Photovoltaik einzusetzen, dass ich keinen Sinn darin sehe, mit Zwangsmitteln zu arbeiten“, sagte Lies.

Bei landeseigenen Gebäuden mehr Photovolatik einzusetzen, sei hingegen ein kluger Ansatz. Dieser werde auch im Klimagesetz berücksichtigt, welches er im Herbst vorlegen werde, sagte der Umweltminister. Die Grünen fordern, dass bis 2025 alle geeigneten Dachflächen von landeseigenen Gebäuden für Photovoltaik oder Solarthermie genutzt werden. Derzeit seien in Niedersachsen nur knapp 4 Gigawatt Photovoltaik installiert. Möglich wäre aber eine Steigerung auf etwa 57 Gigawatt, wenn man alle Dachflächen nützen würde. Damit könnte man den Energieverbrauch der Niedersachsen zu 36 Prozent decken.

„Nicht die Menschen reglementieren“

Lies’ Skepsis gegen staatliche Bevormundung der privaten Häuslebauer wird auch von den anderen Fraktionen im Landtag geteilt. „Bei aller Liebe zur Solarenergie – das ist überzogen“, meinte Marcus Bosse, Umweltsprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Wir halten nichts davon, die Menschen künftig auch beim Hausbau zu reglementieren oder einzuschränken“, sagte Horst Kortlang, Umweltsprecher der FDP. Ein solcher Zwang führe nicht zu einem besseren Verständnis für die notwendige Energiewende, sagte CDU-Sprecher Ralph Makolla. Zudem treibe er die ohnehin schon hohen Baukosten weiter in die Höhe, sodass sich nur noch Besserverdienende ein Eigenheim leisten könnten: „Bei landeseigenen Bauten können wir uns aber vorstellen, dass Solaranlagen installiert werden, wo es technisch möglich ist.“

Von Michael B. Berger

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