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19:15 19.04.2019
Nach dem Brand kommt der Aufbau: Ein Kran steht vor der Kathedrale Notre-Dame, die von einem Feuer teilweise zerstört wurde. Quelle: dpa
Hannover

Es war mächtig laut in diesen Tagen vor Ostern. Dabei galten sie bei Christen früher mal als die „stille Woche“. Da ging es um eine kurze Zeit der Einkehr nach jüdischem Vorbild. Alles lief ein wenig gedämpft – um das Osterfest dann kräftig feiern zu können. Mit Anlauf sozusagen. Das ist lange her und weit weg. Viele Menschen sind heute schon froh, wenn sie wenigstens an den Feiertagen etwas Ruhe finden.

Und doch gab es in all dem Katastrophenlärm von Paris bis Madeira einen leisen, für manchen vielleicht auch verstörend ruhigen Augenblick. Sogar die Teams der dauerhysterischen US-Nachrichtensender konnten nicht anders, als einfach kurz stumm dabeizustehen, als Menschen in Paris im Feuerschein von Notre-Dame zu singen begannen. Einfach so. Auch dann noch, als der brennende Dachreiter ins Kirchenschiff stürzte. Der Gesang wird aus dem Herzen gekommen sein. Und er stand mit einiger Sicherheit für den ehrlichsten Moment im Umgang mit dem gewaltigen Feuer und seinen Folgen.

Vielleicht tut es ganz gut, sich ihn angesichts des vielfältigen Pathos, des prätentiösen Großspenden-Wettlaufs und allerlei Krokodilstränen, die rund um Notre-Dame inzwischen auch vergossen worden sind, ein wenig zu bewahren. Die archaische Wucht der Flammen in einer Kirche, deren Mauern mehr als 800 Jahre französischer und europäischer Geschichte beherbergen, hat für kurze Zeit ein ursprüngliches Gemeinschaftsgefühl zutage gefördert, das es in diesen Zeiten aus vielen Gründen kaum noch gibt. Es gehört bei uns zum guten Ton, das zu bedauern – und zugleich die Lieder gar nicht mehr zu kennen, die man im Zweifel bei so einer Gelegenheit singen könnte. Das ist ein gedanklicher Widerhaken, den das Feuer von Paris zurücklässt.

Die Kirchen wären nebenbei gut beraten, diesen Kreis, den die Menschen virtuell um Notre-Dame gebildet haben, nicht zu sehr auf sich zu beziehen. Wer eine allzu gerade Linie von der etablierten Glaubensverwaltung zur spontanen Herzensregung der Menschen zieht, macht es sich zu leicht. Hier ist – vor allem in der katholischen Kirche – mehr kaputtgegangen, als eine ausgebrannte Kathedrale heilen könnte.

Ein anderer Befund ist beruhigender: Ein solches, im Grunde lokales oder nationales Ereignis wie das Feuer von Paris kann immer noch für ein paar Stunden weltbewegend sein. Der Moment des unverstellten Miteinanders war nicht auf die Menschen in Paris oder auf die Franzosen beschränkt, nicht einmal auf die Christen in aller Welt. Das Schicksal des Kulturerbes auf der Pariser Stadtinsel berührte die Menschen jenseits von Sprachen, Nationen und manchmal sogar Religionen. Das ist angesichts der ansonsten auseinanderdriftenden Welt und vielfach laut tönender Mauerbauer nicht trivial. Sondern eine gute Nachricht. Frohe Ostern!

Von Hendrik Brandt

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