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Niedersachsen Verdi rückt von umstrittener Pflegekammer ab
Nachrichten Politik Niedersachsen Verdi rückt von umstrittener Pflegekammer ab
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00:20 23.05.2019
Der Protest ist groß: Gegner der Pflegekammer demonstrieren im Februar in Hannover. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa
Hannover

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rückt jetzt offen von der umstrittenen niedersächsischen Pflegekammer ab. Die Gewerkschaft legte am Montag Eckpunkte für ein Alternativmodell vor. Danach könnte künftig eine „Vereinigung der Pflegenden“ die bisherige Pflegekammer ersetzen. Die Mitgliedschaft solle anders als bisher auf freiwilliger Basis erfolgen, eine öffentliche Finanzierung die Handlungsfähigkeit sicherstellen, hieß es. Verdi forderte überdies, dass alle niedersächsischen Pflegekräfte zu ihren Vorstellungen befragt werden.

Öffentliche Finanzierung statt Zwangsbeiträge

Verdi-Landesleiter Detlef Ahting sieht in der alternativen Kammer eine Vereinigung, die ein „wichtiges Sprachrohr und kompetenter Ansprechpartner für die berufsfachlichen Interessen aller Pflegenden sowie der Patienten“ sein könne. Alle Beschäftigten aus der Pflege könnten Mitglied werden, auch die Pflegefachhilfskräfte, die in der jetzigen Kammer nicht erfasst würden. Mit diesem alternativen Vorschlag würde sowohl dem Interesse nach einer Kammer als auch den anhaltenden Protesten aus der Pflege gegen Zwangsbeiträge und Zwangsmitgliedschaft Rechnung getragen.

Eine Alternative zur Pflegekammer

 „Das neue Modell holt alle Akteure in der Pflege an einen Tisch – auch die Pflegefachhilfskräfte und die Verbände der Pflege“, sagte Ahting. „Mit einer öffentlich-rechtlichen Finanzierung hat ein solche alternative Kammer eine wirkliche Chance, eine kraftvolle Stimme für die Pflegebranche sowie die Pflegebedürftigen zu werden.“ Verdi will den Parteien im Landtag und dem zuständigen Sozialministerium das Alternativmodell vorstellen. SPD-Fraktionsvize Christos Pantazis habe bereits zugesagt, ein alternatives Modell in der Fraktion zu prüfen.

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