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Niedersachsen GEW und Opposition befürchten massiven Unterrichtsausfall
Nachrichten Politik Niedersachsen GEW und Opposition befürchten massiven Unterrichtsausfall
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18:08 07.04.2009
Von Saskia Döhner
Klasse leer: Schulen droht massiver Unterrichtsausfall Quelle: Rainer Surrey
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„Im Sommer kommt das Chaos“, befürchtet der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt. SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt spricht von einer „katastrophalen Situation“.

Auch wenn bislang noch keine offiziellen Zahlen dazu vorliegen, wie viele Teilzeitlehrer ihre Unterrichtsstunden aufstocken, wie viele Quereinsteiger gewonnen werden konnten, wie viele Pensionäre länger und wie viele Referendare mehr arbeiten wollen – all die Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung scheinen nicht den gewünschten Erfolg zu bringen.

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Nicht umsonst ist das Kultusministerium, das nach außen immer noch das Ziel einer hundertprozentigen Unterrichtsversorgung propagiert, intern wohl schon davon abgerückt. In einem Erlass werden für das Schuljahr 2009/2010 als Ziel für Gymnasien eine Unterrichtsversorgung von 99,5 Prozent und bei Haupt-, Real- und Gesamtschulen von 98 Prozent genannt.

Diese Zahlen haben nach Aussage einer Ministeriumssprecherin jedoch keine Aussagekraft, weil beispielsweise die Anmeldungen der 5. Klassen noch gar nicht berücksichtigt werden konnten. Den Vorwurf der Grünen, bei der Unterrichtsversorgung würden die Gesamtschulen gegenüber den Gymnasien benachteiligt, wies das Ministerium zurück. Die Gymnasien müssten 2011 den doppelten Abiturjahrgang bewältigen und bräuchten deshalb die bestmögliche Unterrichtsversorgung. Ina Korter (Grüne) entgegnete, dass auch schon an den meisten Kooperativen Gesamtschulen das verkürzte Abitur abgelegt werde.

Ob Gymnasien oder Gesamtschulen, die rechnerische Unterrichtsversorgung meint nie den tatsächlich an einer Schule erteilten Unterricht. Unvorhersehbare Krankheiten oder Schwangerschaften sind in der Statistik noch nicht erfasst. Aus diesen Gründen fällt im Schnitt noch einmal drei bis fünf Prozent den Unterrichts aus. Manche Direktoren prophezeihen eine Unterrichtsversorgung von 90 Prozent.

„Es wird Unterricht ausfallen, das lässt nicht verschleiern“, sagt Werner Wegner, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts. Um so wichtiger sei es, Nachwuchskräfte nicht zu überfordern, sondern sie im Job zu halten. GEW-Vorsitzender Brandt machte sich erneut dafür stark, Hochschulabsolventen in Mangelfächern pädagogisch nachzuqualifizieren oder Lehrer, die bereits Mathematik unterrichten, auch im artverwandten Fach Physik zu schulen.

Klaus Wallbaum 05.04.2009
Mathias Klein 02.04.2009