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Niedersachsen Expeditionsschiff erforscht die Nordsee
Nachrichten Politik Niedersachsen Expeditionsschiff erforscht die Nordsee
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18:32 16.04.2009
Von Mathias Klein
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Die Wissenschaftler sollen auf dem deutschen Teil der Nordsee unter anderem nach bisher noch nicht entdeckten Erdöl- und Erdgasfeldern suchen und den Untergrund auf eine Eignung für die Verlegung von Pipelines untersuchen.

Die zwölf Geowissenschaftler und Techniker an Bord des Forschungsschiffes haben unter anderem den Auftrag, den Boden der Nordsee seismisch zu vermessen. Wo das Wasser nicht so tief ist, wollen die Forscher auch Proben vom Meeresboden nehmen. Anschließend entwickeln die Wissenschaftler aus den Daten dreidimensionale Modelle, die den geologischen Aufbau des Meeresbodens zeigen.

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Auch wenn sich die Forscher auf Expeditionsreise begeben, ganz unbekannt ist die Nordsee für die Geowissenschaftler natürlich nicht. Aber es müssen noch einige Lücken geschlossen werden. Untersucht wird das deutsche Gebiet innerhalb der Nordsee. Es hat die Form eines Entenschnabels und ist ungefähr so groß wie Niedersachsen.

Die Expedition gehört zu einem groß angelegten Gemeinschaftsprojekt von Bund und Land, mit dem die Nordsee geologisch erkundet werden soll. „Wir wollen die maritime Wirtschaft weiter stärken, und dafür benötigen wir vernünftige Daten“, sagte Landeswirtschaftsminister Philipp Rösler am Donnerstag in Hannover vor Journalisten. Insgesamt geben Land und Bund für das Projekt fünf Millionen Euro. In fünf Jahren sollen unter der Beteiligung von 30 Wissenschaftlern die Daten des „Geoinformationssystems Nordsee“ auf einer Internetplattform Firmen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zur Verfügung stehen. Beteiligt sind unter anderem die in Hannover ansässige Bundesanstalt für Geowissenschaften, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Rösler betonte, dass das Forschungsprojekt auch dem Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Naturschutz diene. Als Beispiel nannte der Wirtschaftsminister die Untersuchung des Meeresbodens auf eine Eignung für Offshore-Windkraftanlagen. Außerdem sollen die Wissenschaftler klären, ob es unter dem Meeresboden geeignete Lagerstätten für das klimaschädliche Kohlendioxid gibt, zum Beispiel in ausgebeuteten Erdgasfeldern.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat Hoffnung, dass die Forscher auch noch Öl und Gas in der deutschen Nordsee entdecken. „Dabei wird es sich vermutlich um kleinere Lagerstätten handeln“, sagte gestern deren Präsident, Hans-Joachim Kümpel. Ob sie dann ausgebeutet werden, hänge von der Entwicklung der Öl- und Gaspreise in den kommenden Jahren ab, meinte der Präsident.