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Niedersachsen Ex-MdL Erkan berät nun den türkischen Außenminister
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00:18 07.12.2017
Erkan und Außenminister Cavusoglu.  Quelle: Erkan
Hannover

  Mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich Mustafa Erkan, ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter aus Hannover, schon diverse Male gezeigt – im Urlaub in Antalya und zu anderen Gelegenheiten. Doch der letzte Facebook-Eintrag des 33-Jährigen erregte breitere Aufmerksamkeit als andere zuvor.  Er freue sich nach 15 Jahren aktiver Politik in Neustadt und nach seiner Tätigkeit als Abgeordneter im Landtag als „Berater dem türkischen Außenminister“ zur Seite stehen zu dürfen. Für ihn gelte auch weiterhin der volle Einsatz für die deutsch-türkische Freundschaft, erklärte der SPD-Politiker auf Facebook.

Değerli Arkadaşlarım, 15 sene önce, genç yaşlarımda çıktığım siyaset yolunda, Almanya’da SPD’nin Gençlik Kolları...

Gepostet von Mustafa Erkan am Samstag, 2. Dezember 2017

Diesen Einsatz leistet Erkan vor allem in den letzten Wochen und Monaten in der Türkei, seitdem er den Landtag verlassen musste, weil die örtliche SPD ihm eine Gegenkandidatin vorsetzte und er nach drei Wahlgängen im Losentscheid den Kürzeren zog – trotz engagierter Arbeit im Parlament. Erkan murrte (im Gegensatz zu Kollegen) nicht öffentlich, bereiste aber wesentlich häufiger als früher die Türkei und trat vor Universitäten, Unternehmerverbänden und in Schulen auf. Immer wieder sein Thema – die deutsch-türkische Freundschaft, die nach dem Putschversuch und der Erdogan-Revolte von oben echten Zerreißproben ausgesetzt ist. Erkan vermied in den letzten Monaten, wenn er in Hannover nach der problematischen Entwicklung in Ankara gefragt wurde, eine explizite Kritik an der derzeitigen türkischen Regierung, sondern hob stets die Bedeutung eines guten Verhältnisses für die in Niedersachsen lebenden Deutsch-Türken hervor.

Wie seine neue Beratertätigkeit aussieht, ist unklar. Erkan selbst vermied bisher lange Erläuterungen. Auf Anfragen der HAZ antwortete er nicht. Im Netz hieß es, er übe eine „private“ Beratertätigkeit aus.

Zu seinen Freunden im Landtag zählt die Abgeordnete und Migrationsbeauftragte der Landesregierung, Doris Schröder-Köpf. Sie ist bislang die Einzige, die sich zu Erkans neuer Position öffentlich äußerte –während Staatskanzlei und SPD-Fraktion sich  in Stillschweigen übten. „Ich finde, das ist eine sehr große Geste vom türkischen Außenminister“, sagte Schröder-Köpf. Offenkundig sei der türkischen Seite viel daran gelegen, dass man zu besseren Verhältnissen mit Deutschland komme, sagte die Abgeordnete. Dies zeige auch das jüngste Treffen von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mit seinem türkischen Amtskollegen. Für Niedersachsen seien solche Kontakte gut, schon angesichts der Tatsache, dass hier 300.000 Menschen lebten, die ihre Wurzeln in der Türkei hätten. „Im schlimmsten Fall hilft es nicht, im besten Fall nützt es, aber schaden tut’s auf keinen Fall“, fasste Schröder-Köpf ihr Urteil über die spektakuläre Berater-Tätigkeit ihres früheren Bürokollegen zusammen.

Cavusoglu ist seit 2015 Außenminister der Türkei, zuvor war er unter Erdogan Europa-Minister. In Deutschland hatte er vor einem Dreivierteljahr bei einem Hamburg-Besuch für Aufsehen gesorgt, als er gegen ein Auftrittsverbot in Deutschland protestierte – mit dem umstrittenen Wolfsgruß  der vom Verfassungsschutz beobachteten Grauen Wölfe.

Von Michael B. Berger

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