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Niedersachsen Eva Möllring: In Mithaftung für den Ehemann
Nachrichten Politik Niedersachsen Eva Möllring: In Mithaftung für den Ehemann
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17:04 16.04.2012
Von Klaus Wallbaum
Eva Möllring mit ihrem Mann auf dem Landespresseball in Hannover.Dröse
Eva Möllring mit ihrem Mann auf dem Landespresseball in Hannover. Quelle: Rainer Dröse
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Hildesheim

Eva Möllring ist eine durch und durch politische Frau, sie hat schon zu Studentenzeiten in Göttingen Flugblätter für den Ring Christlich Demokratischer Studenten verteilt. Das war in den Siebzigern, als sie ihren heutigen Mann Hartmut kennen lernte. Beide sind seit vielen Jahren politisch aktiv in Niedersachsen, er als Finanzminister, sie als Vorsitzende der CDU-Frauen. Doch nun hat Eva Möllring eine herbe Niederlage einstecken müssen. Wird sie bestraft dafür, dass ihr Mann nicht immer eine populäre Politik betrieben hat?

Die promovierte Juristin wollte CDU-Landtagskandidatin in Hildesheim werden - dort, wo ihr Mann nun nach 22 Jahren nicht mehr antritt. Öfter hatte sie in den vergangenen Jahren zurückstecken müssen - in den Rat der Stadt konnte sie nicht, da war schon ihr Mann aktiv. In den Kreistag musste sie ausweichen. Der Landtag war bisher tabu, da war schon ihr Mann aktiv - also versuchte sie es im Bundestag, musste den freien Wahlkreis Gifhorn/Peine nehmen. Dort aber wohnt sie nicht, also endete die Arbeit nach vier Jahren. Nun, da Ehemann Hartmut seinen Rückzug aus der Politik verkündete, hoffte Eva Möllring, sie hätte endlich in der Landespolitik eine Chance. Weit gefehlt: Parteiinterne Gegner traten auf, forderten „das Ende der Ära Möllring“ und blockten sie ab. An ihrer Stelle wurde ein jüngerer Rechtsanwalt aufgestellt - und zwar mit tatkräftiger Unterstützung jener Gruppe in der Hildesheimer CDU, die mit Hartmut Möllring, der lange auch Fraktionschef im Rat gewesen war, „noch eine Rechnung offen hatte“, wie Insider vermuten.

Eva Möllring ist seit 2009 Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, eine engagierte Frau. In Hildesheim meinen viele, die Entscheidung richte sich nicht gegen sie als Politikerin, sondern gegen sie als Frau mit dem bekannten Namen Möllring. Da sind einige starke Gegner des Finanzministers, die nun auf keinen Fall „wieder einen Möllring“ in den Landtag schicken wollten. Die Gruppe um den Oberbürgermeister Kurt Machens (einst CDU-Mitglied) wird dazu gezählt, ebenfalls Klaus Veuskens, der nach einem Ausflug zur Schill-Partei in die CDU zurückgekehrt war. Sie bescherten der CDU-Stadtchefin eine herbe Enttäuschung. Eva Möllring aber will sich „nicht unterkriegen lassen“. Sie hält an ihren CDU-Parteiämtern weiter fest.

Thorsten Fuchs 13.04.2012
Michael B. Berger 12.04.2012