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Niedersachsen Eltern und Lehrer fordern Pause bei Inklusion
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20:40 10.05.2017
Quelle: Archiv/Symbolbild
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Hannover

Laut aktuellen Zahlen, die die Landesregierung gestern präsentierte, besuchen jetzt 61,4 Prozent der Kinder mit Förderbedarf von Jahrgang eins bis acht eine reguläre Schule.

Doch dort laufe die Unterstützung nicht gut, kritisiert von Bose: „Für eine inhaltliche Gestaltung braucht man Zeit, aber die haben die Sonderpädagogen, die als Dauerreisende von Regelschule zu Regelschule pendeln, nicht.“ Matthias Ahäuser, Schulelternratsvorsitzender der Albert-Liebmann-Schule in Hannover und Mitglied im Regionselternrat, berichtet von enttäuschten Eltern, die ihre Kinder an Regelschulen hatten und jetzt doch lieber wieder auf Förderschulen schickten. An den Regelschulen seien die Kinder nicht genügend unterstützt worden, weil Personal fehle.

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Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) lehnt eine Pause ab. Man müsse immer schauen, wie man besser werden könne, aber „den Rückwärtsgang einzulegen ist keine Option“, sagte ihr Sprecher. Die Ministerin kündigte aber an, mehr pädagogisches Personal einzustellen. Eine Zahl nannte sie dafür nicht.

Derweil steigt die sogenannte Inklusionsquote in Niedersachsen: Waren 2013 noch 3187 Schüler mit Handicap auf einer Regelschule, so sind es im laufenden Schuljahr schon 22 879. Knapp die Hälfte dieser Kinder ist auf der Grundschule, an zweiter und dritter Stelle folgen Oberschulen (19 Prozent) und Gesamtschulen (16). Realschulen (2,5) und Gymnasien (2,6) spielen kaum eine Rolle.

Kinder mit einer geistigen oder einer Lernbehinderung könnten sehr wohl ein Gymnasium besuchen, auch wenn sie kein Abitur erreichen könnten, sagte Heiligenstadt und berichtete von einem Mädchen mit Down-Syndrom, das die achte Klasse eines Gymnasiums besuche.

Kritik kommt auch vom Verband Niedersächsischer Lehrkräfte: Es gebe keinen Anlass für Euphorie. „Die Inklusion läuft immer noch nicht rund und bedarf intensiver Unterstützung“, sagte Verbandschef Manfred Busch. Björn Försterling (FDP) kritisierte, dass sich die Zahl der Finanzmittel nur verdoppelt, die Zahl der Schüler aber versiebenfacht habe. „Es steht dramatisch weniger Geld und somit auch Ausstattung und Betreuung pro Kind zur Verfügung.“ CDU-Schulpolitiker Kai Seefried sagte, es sei „eine Unverschämtheit“ der Ministerin, sich für eine steigende Inklusionsquote zu loben, nachdem man die Förderschulen abgeschafft und damit den Eltern die Wahlmöglichkeit genommen habe.

Michael B. Berger 10.05.2017
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