Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Betrugsfall an der Uni: Präsident gerät unter Druck
Nachrichten Politik Niedersachsen Betrugsfall an der Uni: Präsident gerät unter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:16 09.05.2009
090509-poli-nied.jpg
Gebäude der Universität Göttingen Quelle: Nigel Treblin/ddp
Anzeige

Laut interner Protokolle soll Figura schon seit zwei Jahren über den illegalen Umgang der Tropenwissenschaftler mit Forschungsgeldern informiert gewesen sein, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab. Bei einem Treffen des Leiters der Finanzabteilung der Uni mit einer Mitarbeiterin des betreffenden Sonderforschungsbereiches (SFB) wurde im November 2007 laut einer Gesprächsnotiz diskutiert, dass der Uni-Präsident künftig „keinerlei Unregelmäßigkeiten“ mehr durchgehen lassen werde.

Zugleich aber sei „die Finanzabteilung gewillt, dem SFB mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, auch was ’kreative Mittelverwendung’ betrifft“. Als Resultat des Treffens wurden nach Recherchen des „Spiegels“ die Falschbuchungen nicht korrigiert, sondern interne Umbuchungslisten eingeführt. Mit ihnen konnten Personal- und Anschaffungskosten anderer Uni-Institute dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Sonderforschungsbereich zugeschoben werden. Aus Sitzungsprotokollen geht laut „Spiegel“ hervor, dass diese Tricks zulasten der DFG vom Erweiterten Vorstand des SFB gebilligt wurden. In diesem Gremium sitzt aus der Göttinger Hochschulführung der Leiter der Stabsstelle Strategische Forschung. Die Universität wollte sich laut Magazin zu den Vorwürfen nicht äußern.

Die Uni-Leitung hatte Anfang Mai Medienberichte bestätigt, wonach 16 Göttinger Forscher mit gefälschten Listen über Veröffentlichungen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Nachfolgefinanzierung für ein Sonderforschungsprojekt zu Regenwäldern in Indonesien beantragt hatten. Das Projekt wird seit 2000 von der DFG mit Millionenbeträgen finanziert. Als Konsequenz aus den Vorfällen hatte das Präsidium der Uni beschlossen, den Fortsetzungsantrag für das Forschungsprojekt an die DFG zurückzuziehen.

ddp