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Niedersachsen Maroder Asphalt: Privater Autobahnbetreiber muss A1 nach nur fünf Jahren erneuern
Nachrichten Politik Niedersachsen Maroder Asphalt: Privater Autobahnbetreiber muss A1 nach nur fünf Jahren erneuern
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00:18 23.05.2019
Bald Staus auf der Autobahn A 1 (hier bei Oldesloe) wegen der Fahrbahnsanierung? Quelle: dpa
Hannover

Die privat errichtete Autobahn A 1 zwischen Bremen und Hamburg muss bereits fünf Jahre nach Abschluss der vollständigen Bauarbeiten wieder erneuert werden. Betroffen sind zwei etwa fünf Kilometer lange Abschnitte zwischen Oyten und Stuckenborstel, die zu den ältesten Teilen der knapp 73 Kilometer langen Strecke zählen und bereits vor zehn Jahren fertiggestellt wurden, berichtete die Landesstraßenbaubehörde. Hier muss der Flüsterasphalt erneuert werden. Der Verkehr werde während der Sanierungsarbeiten komplett über die andere Autobahnseite laufen. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2019 beginnen, wie lange sie dauern, ist unklar.

Flüsterasphalt hält nur acht bis zehn Jahre

Die Landesbaubehörde betonte, dass es sich bei den Erneuerungsarbeiten um Routinearbeiten handele. „Man muss bei dem sogenannten Flüsterasphalt mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von acht bis zehn Jahren rechnen“, sagte Gisela Schütt von der Straßenbaubehörde. Dieser Asphalt, eine besonders offenporige Schicht, sei an zwölf der knapp 73 Kilometer langen Strecke verbaut worden, die von der privaten Betreibergesellschaft A1 mobil in den Jahren 2009 bis 2014 errichtet worden ist. Diese private Gesellschaft werde auch für die Kosten der Sanierung aufkommen müssen. Wann sie beendet ist, konnte die Expertin der Landesbehörde nicht sagen. Flüsterasphalt ist nach Angaben des Verkehrsministeriums in etwa 10 Prozent des 1400 Kilometer langen Autobahnnetzes von Niedersachsen verbaut worden.

Der Grünen-Verkehrsexperte Detlef Schulz-Hendel sagte, die Nachricht von der fälligen Sanierung sei für die Autofahrer ärgerlich und erwecke den Eindruck, als wäre bei den Arbeiten für die privat errichtete Autobahn doch gespart worden. Denn eigentlich müssten auch Asphaltdecken länger halten. „Mir glaubt immer keiner, wenn ich sage, ‚20 Jahre plant man eine Autobahn, zehn Jahre wird sie gebaut und hält dann noch weitere zehn Jahre.’“

Auf der Autobahn 7 zwischen Berkhof und dem Kreuz Nord wird die Fahrbahn in Richtung Hannover bis Ende des Jahres auf kompletter Breite erneuert. Ab 25. Mai wird eine Spur gesperrt, ab Ende Juni wird der Verkehr dann auf die Gegenfahrbahn umgeleitet. Quelle: Sven Warnecke

A 7 bei Berkhof wird ab 25. Mai zum Nadelöhr

Während auf der Autobahn zwischen Hamburg und Bremen nur die oberste Asphaltdecke abgetragen werden soll, stehen auf der Autobahn A 7 zwischen Berkhof und dem Dreieck Hannover-Nord schon bald größere Sanierungsarbeiten an. Hier soll für rund 21 Millionen Euro die Strecke auf der Richtungsfahrbahn Hannover zwischen der Anschlussstelle Berkhof und dem Autobahndreieck Hannover-Nord grunderneuert werden, teilte die Landesstraßenbaubehörde am Montag mit. So werde die Betonfahrbahn in Richtung Hannover bis Ende des Jahres auf kompletter Breite und einer Länge von etwa sechs Kilometern vollständig saniert.

In Fahrtrichtung Hannover soll die Fahrstreifenanzahl ab dem 25. Mai im Bereich der Anschlussstelle Mellendorf von drei auf zwei Fahrstreifen reduziert werden. In Fahrtrichtung Hamburg bleibe die zur Verfügung stehende Fahrstreifenanzahl während der vorbereitenden Maßnahmen unverändert. Ab Ende Juni werde der Verkehr dann auf die Richtungsfahrbahn Hamburg umgeleitet, sodass es auch dort zu Staus kommen dürfte. Die Grunderneuerung werde voraussichtlich Mitte Februar kommenden Jahres abgeschlossen sein.

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