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Aus meinem Papierkorb: Von Hobby-Teufeln und Möchtegern-Hexen

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18:58 16.04.2021
Michael B. Berger
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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Teufel noch einmal! Die Bewohner der abgelegenen Höhenzüge des Harzes sollen, so berichtet die Deutsche Presseagentur, die traditionellen Walpurgisfeiern jetzt ins Netz verlegt haben. Dabei müsste man sich doch eigentlich auf so einem Hexenbesen ziemlich ungezügelt durch die Lüfte bewegen können, natürlich nur mit Mund-Nase-Schutz. Wenn das nicht der Bund auch noch durch das neue Corona-Gesetz verbietet – nach der Ausgangs- die Ausflugssperre. Doch der Harzer Tourismusverband rät dringend zu Feiern am heimischen Computer und hat eine spezielle Website eingerichtet auf Harzinfo.de. Den Auftakt mache „ein Online-Quiz mit Gewinnspiel, bei dem Hobby-Teufel und Möchtegern-Hexen ihr Wissen unter Beweis stellen können“, hieß es. Den Gewinnern winkten Eintrittskarten für Harzer Einrichtungen. Wenn man wieder die Sau rauslassen darf.

Sofagate – wer kommt denn auf sowas?

Jetzt den Übergang finden zu Recep Tayyip Erdoğan ist gar nicht so einfach, zumal Tiervergleiche obsolet sind und es sich bei Erdoğan um ein unbestritten männliches Exemplar von Präsident handelt, der sofort den italienischen Botschafter einbestellt, wenn sein römischer Kollege Manuel Draghi ihn einen „Diktator“ nennt. Die Frage bleibt, welche Sitzgelegenheit man zugeteilt bekommt, wenn man bei Erdoğan einbestellt wird. Unsere Ursula von der Leyen bekam jedenfalls eine Couch zugewiesen, während EU-Ratspräsident Charles Michel auf einem präsidialen Stuhl neben dem türkischen Autokraten platziert wurde. Und nun sprechen die Medien schon von einem „Sofagate“, eine ziemlich blöde Formulierung, wenn man sich die „Watergate“-Affäre in Erinnerung ruft, die einst den US-Präsidenten Richard Nixon aus dem Amt katapultierte. Gut, dass die Türkei nicht in der EU ist. Spätestens dann hätte unsere resolute Ursula den alten Chauvi rauswerfen müssen.

Man hätte ihn zur Strafe auch 43-mal durch einen Reifen springen lassen können, wie es jetzt der amerikanische Cockerspaniel Gil aus Bad Münder tat. Der Hund und seine Trainerin gelten als Rekordhalter, wie das sogenannte Rekordinstitut der DPA bestätigte. Bei dem Institut soll es sich um eine von etwa 20 Firmen weltweit handeln, die skurrile Rekordversuche begleiten, bewerten und anerkennen. Die Firmen würden gegenseitig in ihren Listen recherchieren, ob es vergleichbare Leistungen schon einmal gegeben habe, berichtet die Agentur. Womit man alles Geld verdienen kann ...

Ungerecht ist die Welt

Markus Söder, der Armin Laschet jetzt fröhlich durch den Reifen jagt, könnte ohne Zweifel ein Institut für Angewandte Tollkühnheit gründen. So einer wie er würde sich vermutlich nie in ein türkisches Sofa fläzen. Und den angebotenen Stuhl hätte er vermutlich zu Kleinholz geschlagen oder mit dem türkischen Autokraten Süßholz geraspelt. Denn auf steten Rollenwechsel versteht sich das bayerische Mannsbild. Ach, Angie, warum hast Du nicht der Annegret Kramp-Karrenbauer eine echte Chance gegeben, zumal wir uns an das Kürzel AKK schon gewöhnt hatten. Aber ungerecht ist die Welt, die lieber Blender anhimmelt, als den Tugendhaften eine Chance zu geben. Ungerecht wie das Virus und die Teufelskräfte der menschlichen Natur ...

Bleiben Sie negativ!

Von Michael B. Berger