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Niedersachsen Der SPD fehlt Blubber
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19:00 06.12.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
Hannover

Mit der Adventszeit naht die Zeit der anheimelnden Themen und der großen Fragen. Nein, nicht schon wieder „GroKo – oder nicht raus aus der GroKo“. Der Nikolaus ist bereits vorüber und über den Juso-Spruch „Nikolaus ist GroKo Aus“ hat sich bereits der Mantel der Geschichte gelegt, während Kevin Kühnert sich als heimlicher Herrscher und Pate des SPD-Vorsitzendenduos Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken entpuppt. So wird Kevin Kühnert, der als der kleine Häwelmann startete, zum Pole Poppenspäler der SPD, der nicht nur die Delegierten wie Marionetten führen kann, sondern auch das neue Vorsitzendenduo. Entscheidungen müssten vom Ende her bedacht werden, hat Kühnert erklärt. Deshalb solle die SPD noch in der GroKo bleiben. Wie sagten noch die alten Lateiner? Was auch immer Du tust, bedenke das Ende. Wende ohne Ende, arme SPD.

Aber wollten wir uns nicht den behaglichen Themen nähern? Wollten wir. „Warum ist dem Seehund im Winter nicht kalt?“, fragt die Deutsche Presseagentur und fährt fort: „Tiere haben keinen wärmenden Ofen. Wer nicht flüchten kann in wärmere Gefilde, muss andere Maßnahmen treffen gegen das Frieren.“ Richtig beobachtet. Der Seehund kann sich nicht in einen Flieger setzen und nach Gomera entfleuchen. Er steckt im Watt und schaut aufs Land. Damit ihm nicht so kalt wird, hat er, auch das berichtet dpa, sich den sogenannten Blubber zugelegt, eine zehn Zentimeter dicke Speckschicht. „Dazu kommt noch ein hoch effizienter Wärmetauscher für die kalten Flossen“, berichtet die dpa. Bräuchte die SPD nicht auch etwas Blubber und ein hoch effizientes Wärmesystem für die Flossen, die nicht schnell applaudieren sollten, wenn jemand ruft, das Ende sei nah? Fragen über Fragen.

Wo wir grade beim Seehund sind, der aufs Watt schaut: Diese seltsame, moderige, von Prielen durchzogene Naturerscheinung, in der nur der Wattwurm seine Häufchen lässt, ist jetzt zum „Boden des Jahres 2020“ ausgerufen worden. Was den Wattwurm nicht wundert. Letztes Jahr war übrigens der Kippenboden der Boden des Jahres. „Das ist den Angaben zufolge kein Strandabschnitt mit besonders vielen Zigarettenkippen, sondern ein nährstoffreicher Ackerboden“,schreibt der evangelische Pressedienst. Und wir sind dankbar für diese Erläuterung. Kippenboden solle übrigens durch das „Einarbeiten von Ernterückständen, deren anschließende Zersetzung und Humifizierung“ entstehen. Einen Bezug zur SPD stelle ich an dieser Stelle bewusst nicht her, obwohl man annehmen kann, dass Olaf Scholz bei den kommenden Neuerungen untergepflügt werden wird.

Wo wir grade beim Thema Zersetzung sind: Dass Donald Trump so verärgert auf Emmanuel Macrons Bemerkung vom „Hirntod“ der Nato reagierte, ist verständlich. Vermutlich fühlte er sich persönlich getroffen, obwohl Hirnlosigkeit, überaus schlechtes Benehmen, Großmannssucht und Prahlerei keine Anzeichen für einen raschen Hirntod sein dürften. Den wünschen wir selbst Donald Trump nicht, dem selbst ernannten letzten stabilen Genie der ehemals freien Welt. Einen schönen zweiten Advent.

Von Michael B. Berger

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