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Niedersachsen Konrad-Gegner wittern Morgenluft
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20:40 31.03.2014
Von Michael B. Berger
Protest ohne Ende: Der Schriftzug „Stop“ vor dem Schacht Konrad.
Protest ohne Ende: Der Schriftzug „Stop“ vor dem Schacht Konrad. Quelle: dpa
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Hannover

Das stillgelegte Eisenerzeberg Schacht Konrad bei Salzgitter ist das einzige genehmigte Endlager für schwach- und radioaktiven Atommüll in Niedersachsen. Doch die Gegner der geplanten Atomanlage, deren Inbetriebnahme immer wieder verschoben wird und frühestens 2021 stattfinden könnte, wittern jetzt Morgenluft. Die neue Diskussion um den alten Endlagerstandort Gorleben und die geplante neue Endlagersuche auch außerhalb Niedersachsens geben den Gegnern Auftrieb. „Warum jetzt nicht die gesamte Frage der Lagerung von Atommüll diskutieren - auf einer weißen Karte, ohne Vorfestlegungen. Dann hat man hinterher nicht die ewig gleichen Grabenkämpfe vor Ort“, sagt Peter Dickel von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad.

Dickel und seine Mitstreiter von der IG-Metall, der Stadt Salzgitter und dem Braunschweiger Landvolk machen sich Argumente zu eigen, die auch von den Gorleben-Gegnern zu hören sind. So gehen die Konrad-Planungen noch auf den Beginn der achtziger Jahre zurück. Deshalb sei das Einlagerungs- und Sicherungskonzept für den ehemaligen Eisenbergwerksschacht veraltet. „Insbesondere der Nachweis der Langzeitsicherheit entspricht nicht den heutigen Anforderungen“, argumentieren sie. „Wenn alles im Fluss ist und neu bewertet wird, warum soll dies nicht auch beim Schacht Konrad geschehen?“, fragt Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU): „Es ist nur recht und billig, zumindest eine Neubewertung zu verlangen.

Ein solches Projekt einfach so weiterzubauen, ist uns nicht zuzumuten“, meint Klingebiel, der hinter sich eine breite Mehrheit im Rat gegen das Konrad-Projekt sieht. Rechtlich habe die Stadt Salzgitter allerdings keine Möglichkeit mehr, gegen Konrad einzuschreiten, das in allen Rechtsinstanzen bekämpft und bis Karlsruhe bestätigt wurde, räumt Klingebiel ein.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) erklärte am Montag auf Anfrage der HAZ, es werde auch für den gültigen Planfeststellungsbeschluss vorausgesetzt, dass das Konrad-Projekt dem Stand von Wissenschaft und Technik entspreche. Allerdings hätten die Planungen des Bundes für die Entsorgung des anfallenden radioaktiven Mülls es an Transparenz fehlen lassen, wandte Wenzel kritisch ein. Man erwarte jetzt vom Bund eine aktualisierte Stellungnahme, und zwar schon vor dem Entsorgungsbericht im Jahr 2015.

Die Konrad-Gegner argumentieren jetzt, dass sich die sicherheitspolitische Diskussion verändert habe. So werde jetzt, wie bei der benachbarten Asse, die Rückholung groß geschrieben. Dies müsse auch bei Schacht Konrad sein.

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