Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Niedersachsen Asse war immer ein Endlager
Nachrichten Politik Niedersachsen Asse war immer ein Endlager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:13 11.07.2009
Laut einem Historiker war die Asse schon immer ein Endlager.
Laut einem Historiker war die Asse schon immer ein Endlager. Quelle: Nigel Treblin/ddp
Anzeige

„Man hat ein nicht unerhebliches Restrisiko in Kauf genommen. Man kann es auch Fahrlässigkeit oder Unverantwortlichkeit nennen“, sagte Möller, der seine Doktorarbeit über die Endlagerung von Atommüll an der Universität der Bundeswehr in Hamburg schrieb.

„Die Verantwortlichen wussten bereits 1967, dass kein Raum in der Grube trocken bleiben würde“, sagte Möller. Schon damals seien auch Bewegungen der Gesteinsformationen festgestellt worden. Die Einsturzgefahr der Asse beunruhigt derzeit Politik und Bürger. „Der Strahlenschutz wurde ab 1968 der Reaktorentwicklung untergeordnet. Gefahren wurden systematisch ausgeblendet oder beschönigt“, sagte Möller. Man habe der aufkeimenden Atomindustrie signalisieren wollen, dass die Abfallbeseitigung kein Problem sei. Welche Vorteile sich die Politiker außer günstige Energiekosten versprachen, sei allerdings noch unklar.

„Die Asse war die günstigste Variante für die Endlagerung von Atommüll“, fand Möller bei intensivem Aktenstudium heraus. Die Unterbringung eines Kubikmeters Atommüll in der Asse sollte 140 Mark, die Verklappung im Meer dagegen mehr als 200 Mark kosten. Die Asse sei sogar für alle in Deutschland anfallenden Atomabfälle gedacht gewesen, auch für die hoch radioaktive.

Jetzt droht das Bergwerk allerdings teuer zu werden. „Die Asse kostet dem Steuerzahler bei der Sanierung zwei, drei, vielleicht auch vier Milliarden Euro“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag. Solide Zahlen zu den Kosten erwarte er im nächsten Jahr. „Schon heute ist klar, dass es über den Kosten von Morsleben liegt“, sagte der Minister. Die Sicherung des Endlagers Morsleben in Sachsen-Anhalt soll 2,2 Milliarden Euro kosten.

lni

Niedersachsen Niedersächsischer Landtag - Gezerre am neuen Hundegesetz
Karl Doeleke 10.07.2009