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Niedersachsen Asse soll schneller geräumt werden
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21:19 21.01.2012
Foto: Umweltminister Stefan Birkner will die Asse schnell räumen.
Umweltminister Stefan Birkner will die Asse schnell räumen. Quelle: dpa
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Remlingen

Das Signal ist deutlich: Schon am vierten Tag seiner Amtszeit besuchte der neue niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) das Atomlager Asse im Kreis Wolfenbüttel. „Die Asse ist für Niedersachsen ein Topthema für die Umweltpolitik“, sagte Birkner am Samstag. Rund 126.000 Fässer mit Atommüll lagern in dem ehemaligen Salzbergwerk und beschäftigen seit Jahren Politik und Behörden. „Die Befahrung hat mich bestätigt, dass wir Beschleunigungspotenziale suchen und nutzen müssen“, sagte der Minister nach seiner Fahrt in den Schacht.

Um die geplante Rückholung des Abfalls schneller in Angriff nehmen zu können, will er ein spezielles Asse-Gesetz schaffen. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte sich unlängst erneut für die Rückholung ebenso aus wie rund 100 Wissenschaftler aus ganz Deutschland ausgesprochen.

„Es gibt einen gesetzlichen Rahmen, der muss nur passgenau für die Asse gestaltet werden“, sagte Birkner. In einem ersten Schritt hat er am Samstag dem zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zugesagt, dass ohne neue Genehmigung auf dem Gelände der Schachtanlage eine Luftzerlegeanlage gebaut werden darf. Diese Anlage soll Stickstoff produzieren, der im Fall eines unterirdischen Brandes zum Löschen vorgeschrieben ist. Schon Anfang 2010 hatte das BfS die Rückholung der Fässer für erforderlich erklärt. So richtig ging es bislang in der Asse aber nicht vorwärts. Um die Kammern zu erkunden, wollte das BfS längst Probebohrungen gemacht haben. Doch der alte Salzstock steht unter dem strengen Atomrecht und die Sicherheitsauflagen für einenunterirdischen Brandfall konnten wegen des fehlenden Stickstoffs nicht umgesetzt werden. Es fand sich bundesweit keine Firma, die die erforderliche Stickstoff-Menge liefern konnte.

BfS-Präsident Wolfram König ist zuversichtlich, dass die Asse-Sanierung nun schneller voran geht: „Das ist eine neue Kultur der Zusammenarbeit“, sagte König. Auch der SPD-Landrat Jörg Röhmann ist mit dem neuen Minister bislang zufrieden: „Er hat den Unfug seines Vorgängers beendet, und er meint es ernst“, sagte Röhmann, der in der sogenannten Asse-Begleitgruppe die Interessen der Bürger und Kommunen in der Region mit vertritt. Birkners Vorgänger Hans Heinrich Sanders (FDP) galt bei vielen als Blockierer.

Die Arbeiten für eine Rückholung sind aufwendig: Vor allem müsste ein neuer Schacht gebaut werden, BfS-Präsident König veranschlagt dafür acht bis zehn Jahre. Aber auch die Strom- und Frischluftversorgung im Schacht muss verbessert werden. Es drohe zwar kein plötzlicher Einsturz, aber es könne jederzeit ein nicht mehr zu kontrollierender Wassereinbruch alle Bemühungen zunichtemachen könnte. 

dpa

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