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Niedersachsen Ärztehonorare steigen in Niedersachsen um 19 Prozent
Nachrichten Politik Niedersachsen Ärztehonorare steigen in Niedersachsen um 19 Prozent
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22:36 27.07.2009
Von Gabi Stief
Quelle: Jens-Ulrich Koch/afp
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Zu den Gewinnern zählen vor allem die 13 477 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Niedersachsen: Sie verbuchten im ersten Quartal, den ersten drei Reformmonaten, im Schnitt rund 19 Prozent mehr Honorar als im entsprechenden Vorjahresquartal. Bundesweit liegt der Einkommenszuwachs im selben Zeitraum bei durchschnittlich 7,8 Prozent. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) profitierten 90 Prozent der Praxen von diesem positiven Trend. Alle Fachgruppen konnten ihr Honorar steigern. KVN-Vorsitzender Eberhard Gramsch wertete die Reform gestern als Erfolg.

Die höchsten Zuwachsraten konnten in Niedersachsen die Hautärzte mit einem Umsatzplus von rund 33 Prozent verzeichnen; gefolgt von den Augenärzten (27 Prozent), Psychotherapeuten (27 Prozent), Kinderärzten (22 Prozent) und Chirurgen (21 Prozent). Die Radiologen, die Spitzenverdiener unter den niedergelassenen Ärzten, legten 18 Prozent zu. Die Allgemeinmediziner, die an der unteren Stufe der Gehaltstabelle stehen, schlossen ihre Quartalsbilanz mit einem Zuwachs von 16 Prozent ab. Am schlechtesten – aber dennoch mit Zugewinn – schnitten in der Niedersachsen-Statistik die Orthopäden mit rund elf Prozent ab. Bundesweit sind sie die einzige Fachgruppe, die unterm Strich im ersten Quartal weniger verdiente als im Vorjahr, und zwar vier Prozent.

„Die absoluten Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet“, erklärte Andreas Köhler, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. Allerdings habe die Honorarreform zu „Verwerfungen“ geführt. Längst nicht alle Ärzte hätten dazugewonnen.

Regional gibt es zum Teil deutliche Schwankungen. Während in Sachsen-Anhalt beispielsweise 95 Prozent der Allgemeinmediziner einen Honorarzuwachs verzeichneten, galt dies nur für 14 Prozent der Kollegen in Baden-Württemberg. Bei den Ländern schnitt Berlin mit einem Honorarplus von 32 Prozent am besten ab. Auch die Ärzte in den ostdeutschen Ländern profitierten besonders – ihre Vergütung wurde mit der Reform auf 95 Prozent des Westniveaus angehoben.

Die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Honorarreform hatte heftige Proteste niedergelassener Ärzte hervorgerufen. Einzelne Fachgruppen fürchteten Einkommensverluste von bis zu 40 Prozent. Nach den vorläufigen Ergebnissen stieg nun die Gesamtvergütung im ersten Quartal um knapp 472 Millionen Euro. Aufs gesamte Jahr gesehen wurde das Honorarbudget um etwa drei Milliarden Euro im Vergleich zu 2007 auf rund 30 Milliarden Euro aufgestockt.