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Niedersachsen Nach Todesfällen in den USA: Jugend in Niedersachsen soll vor E-Zigaretten geschützt werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Nach Todesfällen in den USA: Jugend in Niedersachsen soll vor E-Zigaretten geschützt werden
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07:46 09.10.2019
in Niedersachsen wird zunehmend vor den Gefahren von E-Zigaretten gewarnt. Quelle: Robert F. Bukaty/AP/dpa
Hannover

In Niedersachsen mehren sich nach den Todesfällen in den USA die Stimmen, die vor den Gefahren von E-Zigaretten warnen. Die niedersächsische Ärztekammer fordert ein „ausnahmsloses Werbeverbot für E-Zigaretten und alle Rauch- und Dampfprodukte“ in Deutschland. „Vor allem Jugendlichen wird weis gemacht, das sei eine gesündere Alternative zum Rauchen“, sagte Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker der HAZ. Das sei aber angesichts der ernst zu nehmenden Gesundheitsrisiken irreführend.

Ministerin: Beobachten Todesfälle mit Sorge

Niedersachsens Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) betonte, dass E-Zigaretten ein verhältnismäßig neues Produkt seien, zu dem noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Gefahren eines langfristigen Konsums vorlägen. „Wir beobachten daher aufmerksam und mit Sorge die Erkrankungen und Todesfälle in den USA, die offensichtlich auf den Konsum von E-Zigaretten zurück zu führen sind“, sagte Otte-Kinast der HAZ. Sie sei gerne bereit, rechtliche Initiativen im Bundesrat zu ergreifen, wenn Rechtsänderungen notwendig seien. Nötig seien aber europäische Regelungen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor dem Konsum von Wasserpfeifen und E-Zigaretten. Das sei besonders vor dem Hintergrund problematisch, „dass die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der inhalierten Substanzen weiterhin unklar sind“, erklärte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Nach einer neuen Studie der Bundeszentrale geht die Raucherquote bei jungen Menschen zwar allgemein zurück, jedoch greifen immer mehr Jugendliche zu E-Zigaretten und Wasserpfeifen.

Über 1000 Menschen in den USA erkrankt

In den USA werden inzwischen 18 Todesfälle auf den Konsum von E-Zigaretten zurückgeführt. Weitere 1080 Personen mit Lungenkrankheiten, die mit Dampfen in Zusammenhang stehen, befinden sich teilweise noch in Krankenhäusern. Einige US-Bundesstaaten haben bereits Gesetze auf den Weg gebracht, die den Zugang zu E-Zigaretten erschweren sollen. Die FDP will in einer Anfrage an die Landesregierung jetzt wissen, ob auch in Niedersachsen Krankheits- oder sogar Todesfälle bekannt sind, die auf E-Zigaretten zurückzuführen sind.

Nach einer Ende 2018 veröffentlichten Studie der European Respiratory Society (ERS), einer führenden medizinischen Organisationen im Fachbereich der Lungen- und Atemwegserkrankungen in Europa, besteht in Deutschland ein klarer Zusammenhang zwischen der Werbung und dem Konsum von E-Zigaretten durch Jugendliche.

Merkel stellt Tabakwerbeverbot in Aussicht

„Die Aerosole aus den Tausenden erhältlichen Liquiden können schädliche Substanzen enthalten, deren toxikologische Werte im Falle einer Inhalation niemand kennt“, sagte Kammerpräsidentin Wenker, die auch Lungenfachärztin ist. Es sei nicht geklärt, ob nicht auch das Nikotin aus E-Zigaretten zu krebserregenden Mutationen führe, denn aufgrund der kurzen Zeit gebe es noch keine aussagekräftigen Langzeitstudien.

Grüne und Linke im Bundestag hatte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag zum Tabakwerbeverbot ins Parlament eingebracht, in dem sie ein Werbeverbot im Kino sowie ein Promotions- und Sponsoringverbot fordern, das für herkömmliche Tabakprodukte, E-Zigaretten, Tabakerhitzer und sonstige neue E-Inhalationsprodukte gleichermaßen gelten soll. Im Juni hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Tabakwerberverbot bis Ende 2019 in Aussicht gestellt.

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